Viele Innovationen

Augenheilkunde: Die Erfolge der letzten Jahre

Gesund
10.07.2024 11:00

Die Augenheilkunde hat sich in den letzten Jahren hinsichtlich Diagnostik, Behandlung und Operationsmethoden enorm weiterentwickelt. Die Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft gibt einen kurzen Überblick über die neuen Errungenschaften.

„Nicht nur die Operationsmethoden, sondern auch die diagnostischen Möglichkeiten, haben sich enorm weiterentwickelt und erlauben uns mittlerweile ungeahnte Möglichkeiten in der Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen und darüber hinaus in der Früherkennung von internistischen Leiden wie z. B. Diabetes und Alzheimer“, berichtet MR Dr. Gabriela Seher, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie in Wien sowie Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG).

Beispiele für die Errungenschaften
„Noch vor rund 20 Jahren musste man nach einer Grauen Star (Katarakt) Operation für längere Zeit im Spital bleiben. Heute ist dieser Eingriff einer der häufigsten und sichersten – und wird ambulant durchgeführt“, so die Expertin. Weiters hat sich die Qualität der dabei eingesetzten Kunstlinsen deutlich verbessert.

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Noch vor rund 20 Jahren musste man nach einer Grauen-Star-Operation für längere Zeit im Spital bleiben. Heute wird der Eingriff ambulant durchgeführt.

(Bild: Armin Armano)

MR Dr. Gabriela Seher, Fachärztin für Augenheilkunde und Optometrie in Wien

Entscheidende Fortschritte wurden auch bei der Therapie der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) durch die Gabe von speziellen Medikamenten in den Glaskörper erzielt. War es vor 30 Jahren noch mehr oder weniger unabdingbar zu erblinden, ist das aufgrund dieser Arzneien nun vermeidbar.

Glaukom: Viele neue Operationstechniken
Im Bereich der Glaukomchirurgie sind allein in den vergangenen 15 Jahren viele neue OP-Verfahren und Implantate entwickelt worden, die unter dem Begriff „Micro Invasive Glaucoma Surgery“ (MIGS) die Möglichkeiten der Behandlung des Grünen Stars (Glaukom) erheblich erweitert haben und eine Erblindung mit einem minimal-invasiven Eingriff verhindern können.

Neues gibt es zudem aus der Transplantationschirurgie der Hornhaut: „Wurde bis vor 15 Jahren die komplette Hornhaut als Volltransplantation ersetzt, so können heute einzelne Schichten, bis hin zu einer einzelligen Schicht am Auge, operiert werden“, erklärt Dr. Seher.

Auch erste Ansätze für künstliche Hornhäute sind in den Forschungslabors und teilweise schon in klinischen Studien auf den Weg gebracht.

Makuladegeneration besser zu untersuchen
„Der Einsatz der Optischen Kohärenztomografie, kurz OCT, die sich um die Jahrtausendwende etablierte, ist ebenso ein Meilenstein für die Diagnostik. Davor konnte man die Netzhaut bzw. die Sehnerven nur in wesentlich geringerer Auflösung mittels Ultraschall bzw. Fluoreszenzangiographie darstellen.

Das bildgebende Verfahren dient der Diagnostik und Verlaufskontrolle der Makuladegeneration (Netzhautverkalkung) und des Glaukoms sowie deren Vorstufen. Mit dessen Hilfe können aufgrund der Analysen des Verlaufes der Nervenfaserschichten nicht notwendige Therapien vermieden und nötige modifiziert werden“, so Dr. Seher.

Neue Möglichkeiten bei starker Kurzsichtigkeit
Auch die Behandlung der voranschreitenden Kurzsichtigkeit (Myopie) hat sich weiterentwickelt. „Für die Therapie stehen heutzutage Augentropfen mit dem Wirkstoff Atropin, spezielle Kontaktlinsen oder eigene Brillengläser zur Verfügung. Nach augenärztlicher Kontrolle kann man auf diese Weise das starke Fortschreiten der Kurzsichtigkeit behandeln und damit verbundene Erkrankungen verhindern.“

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