


Eine wichtige Tugend, um das Leben zu meistern, ist der Mut. Nicht umsonst kennen wir couragierte Heilige, die als Vorbild dienen sollen – Illegio widmet ihnen eine Ausstellung.
Angesichts der „dramatischen Zeiten“, die von Kriegen, Hungersnöten und Naturkatastrophen geprägt seien, mache die Gemeinschaft der Heiligen „Mut, nach oben zu schauen“, so Kardinal Christoph Schönborn bei der Festmesse zu Allerheiligen im Vorjahr im Wiener Stephansdom. Mutig waren auch die Heiligen, die uns seit jeher als Vorbilder dienen sollen: Viele von ihnen wurden ob ihres Glaubens verfolgt und gefoltert, ließen aber bis zum grausamen Tod nicht von ihrer Religion ab. Der Mutigste und Berühmteste war wohl Jesus.

Seine Gefangennahme, noch im Moment des Kusses durch Judas, zeigt ein Gemälde von Caravaggio, der nicht nur wegen seiner Hell-Dunkel-Kontraste, sondern auch wegen seiner zu Lebzeiten als frech angesehenen Art, Heilige zu malen bekannt wurde: Sie haben oft schmutzige Füße. Die Gesichter seiner Figuren sind oft von Schmerz oder vom Alter gezeichnet; das Blut spritzt, die Gesamtkomposition ist stets lebendig.



Werke dieses italienischen Meisters und anderer großer Künstler wie Bernini und Kandinsky sind nicht zum ersten Mal in Illegio – oder auf Furlanisch Dieç – zu sehen.
Sie fragen sich: Wo? Von Tolmezzo im nahen Friaul geht es etwa sechs Kilometer hinauf, links ragt der Fels senkrecht hoch, rechts fällt ebenso steil hinunter. Oben bilden Steinhäuser und Mühlen ein liebliches Dorf, und mittendrin präsentiert das Komitee um Pfarrer Alessio Geretti Meisterwerke von Museen und Galerien aus ganz Europa und darüber hinaus sowie von privaten Sammlern.
„Der Mut“: Die Ausstellung der 40 Meisterwerke, die vom antiken Griechenland bis ins 20. Jahrhunderte reichen, ist bis 3. November (Di bis So, ab August auch montags) in Illegio bei Tolmezzo zu sehen. Reservierungen für deutschsprachige Führungen bei Claudia Baumgardt unter +39 0433 4445 oder per E-Mail unter baumgardtclaudia@gmail.com. Mit Handy und QR-Code gibt es heuer auch Audioguides in deutscher Sprache.
Seit 2004 konnte das Comitato di San Floriano rund 1500 Kunstwerke ins 300-Seelen-Dorf holen und damit 600.000 Besucher begeistern.
Den Namen hat das Komitee vom Kircherl, das noch einen Berg höher als das Dorf zu finden und bei Pilgern (45 Minuten Fußweg) beliebt ist: Pieve di San Floriano war schon im 9. Jahrhundert ein Gotteshaus. 1968 wurden aus der Kirche jahrhundertealte Statuen gestohlen – und tauchten teilweise 50 Jahre später auf einem Antiquitätenmarkt wieder auf.
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