Sinkendes Schul-Schiff. Jetzt ist wirklich Schluss mit der Schule – nachdem vor einer Woche in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die Zeugnisse verteilt wurden, kommen heute die Schüler in den restlichen sechs Bundesländern dran. Da bilanziert auch die kritische Lehrerin, Buchautorin und „Krone“-Kolumnistin Susanne Wiesinger. Und kommt in ihrer heutigen „Harte Schule“-Kolumne zu einem verheerenden Zeugnis: Ihrer Ansicht nach gleicht unser Schulsystem nämlich „mehr und mehr einem sinkenden Schiff“. Sie schildert das sehr plastisch: „Ich entdecke ein Orchester, das unermüdlich weiterspielt und den drohenden Untergang lieber standhaft verdrängt.“ Wobei Wiesinger „erleichtert feststellt“, dass einige ihrer „Schüler, Kolleginnen und ich selbst bereits in einem Rettungsboot sitzen“. Das sei zwar nur eine Nussschale, „aber besser als nichts“. Hoffnung auf einen anderen Ozeandampfer zu kommen, die habe jedoch niemand. So bleibe nur, die Kinder zu motivieren, „so kräftig wie möglich mit uns gemeinsam zu rudern“. Klar sei dabei aber, dass man nicht alle werde retten können. Kein schönes Szenario!
Der EURO-Effekt. Hier spricht der Präsident. Und Fan: Klaus Mitterdorfer, der oberste Fußballfunktionär Österreichs, drängt sich nicht sonderlich in die Öffentlichkeit – dabei hat er einiges zu sagen. „Krone“-Sportredakteur Christian Reichel bat den ÖFB-Präsidenten zum Interview und wollte von ihm natürlich wissen, warum es für Österreich nicht mit dem Viertelfinale geklappt hat. Mitterdorfers Antwort: „Als Fan sage ich: Wir haben gegen die Türkei blöde Tore kassiert und trotz vieler Chancen nur eines erzielt. Es fehlt noch was zu den Top-Teams, man muss auch jetzt Kritik positiv gegenüber stehen, darf nicht beleidigt reagieren.“ Der Präsident spricht freilich auch darüber, dass wir sehr stolz auf dieses Team sein dürfen, weil es „mit großartigen Leistungen viele Menschen im Land, auch solche, die mit Fußball wenig bis gar nichts am Hut haben“ mitgerissen hat – und zwar „in einer für uns alle nicht einfachen Zeit“. Ja, stimmt! Das hat uns gut getan. Umso mehr natürlich hätte uns ein Weiterkommen gut getan… Und doch hofft der Fußball-Präsident auf einen nachhaltigen Effekt. Dass einerseits wieder mehr junge Burschen und Mädchen zum Fußball kommen und andererseits auch die Debatte um ein neues Nationalstadion wieder einen Schub bekommt. „Wenn die EURO diese Diskussion so belebt, dass man es als gemeinsamen Schulterschluss erkennt und nicht nur, weil es gerade in eine Wahl-Auseinandersetzung passt, dann wäre das schon ein wichtiger Effekt und ein positiver Impuls.“ Da hat er absolut recht, wäre schön, wenn die Politik da auf den Fußball-Präsidenten hört.
Kommen Sie gut durch den Freitag!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.