23.08.2005 15:33 |

Versteigerung

5 Millionen Euro für Papst- Geburtshaus geboten

Für das Geburtshaus von Papst Benedikt XVI. im oberbayerischen Marktl am Inn haben Kaufinteressenten aus dem In- und Ausland bis zu fünf Millionen Euro geboten. Es seien rund 30 Angebote und ausgearbeitete Nutzungskonzepte aus Deutschland, den USA und dem arabischen Raum eingegangen, sagte die Sprecherin der Eigentümerin, Victoria Rauh, am Dienstag. Eine Entscheidung will die derzeitige Eigentümerin Claudia Dandl frühestens in vier Wochen treffen.

In den kommenden Tagen und Wochen sollen mit sechs potenziellen Investoren aus Deutschland, die zwischen zwei und fünf Millionen Euro für das Papst-Haus geboten haben, Verhandlungen geführt werden. Insgesamt hatten sich rund 100.000 Menschen im Internet über den Verkauf des im Jahr 1745 errichteten Hauses informiert. Mehr als 450 Interessenten luden sich detailliertere Bieterinformationen von der Webseite des beauftragten Immobilienbüros herunter. Am Montag um Mitternacht endete die zweimonatige Bieterfrist für den Kauf des Anwesens, in dem Joseph Ratzinger 1927 geboren wurde. Claudia Dandl will es verkaufen, weil sie den Touristenansturm nicht mehr aushält.

Zukunftspläne für das Geburtshaus
Bei der Auswahl des Käufers will Dandl nicht nur auf den Preis schauen, sondern vor allem die Qualität der vorgeschlagenen Nutzungskonzepte berücksichtigen. "Von Anfang an wollte ich mit dem Verkauf des Papst-Geburtshauses dem Wunsch der Öffentlichkeit entsprechen, es gemäß seiner religiösen Bedeutung öffentlich zugänglich zu machen", erklärte die Hauseigentümerin. Die Gemeinde will in dem Haus ein Museum einrichten. Die Kommune selbst habe es mit ihrem Gebot nicht in die engere Auswahl der potenziellen Investoren geschafft, sagte die Sprecherin. Wenn die Besitzerin ein Angebot ausgewählt hat, bleibt der Gemeinde allerdings noch eine letzte Chance, das Gebäude selbst zu erwerben, da sie ein verbrieftes Vorkaufsrecht hat.

Bieter aus fernen Ländern
Der Verkauf des Papst-Hauses sorgt weit über Deutschland hinaus für Aufsehen. Eine Familie aus Deutschland und ein Bieter aus den USA haben ein Konzept für eine Art Museum eingereicht. Ein Scheich aus Saudi-Arabien möchte das Haus lieber als Sommerresidenz für sich und seine Familie nutzen. Eine Immobilien-Investorengruppe aus Dubai sei dagegen wegen "religiöser Bedenken" von einem Angebot zurückgetreten.

Am letzten Tag habe es noch einmal einen Bieter-Ansturm gegeben. Bei dem beauftragten Münchner Immobilienbüro hätten Interessen aus den USA am Montag um eine Verlängerung der Frist gebeten. Das niedrigste Gebot für das päpstliche Geburtshaus kam von einem neunjährigen Mädchen aus Oberbayern. Papst-Fan Jenny hatte ihr gesamtes gespartes Taschengeld in Höhe von knapp 140 Euro geboten.

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