Viele Eltern sorgen sich wegen zu großer Klassen in der Pflichtschule und dass das Personal zu wenig Zeit für den Unterricht hätte. Das sind die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der NEOS, die deshalb 20.000 zusätzliche Pädagoginnen und Pädagogen für Kindergärten und Schulen fordern.
Derzeit würden viele Kinder, Lehrerinnen und Lehrer wie auch Eltern im Bildungssystem „zermürbt“, kritisierte NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger am Dienstag. Als Beleg dafür sah sie die Ergebnisse einer Triple M-Umfrage* im Auftrag ihrer Partei. Die befragten Eltern nannten den Personalmangel als größtes Problem. Dadurch hätten die Pädagoginnen und Pädagogen zu wenig Zeit für das Unterrichten oder ihre anderen Tätigkeiten.
Als weitere Herausforderungen wurden zu große Klassen in der Pflichtschule, Mobbing, der hohe Zeitaufwand und die Kosten für die Schule genannt. Zudem machen sich einige Befragte Sorgen, dass die Talente ihrer Kinder unentdeckt bleiben könnten.
Bildungssprecherin: „Nicht nur ankündigen“
„Die Eltern sehen Bedarf an Reformen, nicht an Ankündigungen“, sagte Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre am Dienstag. Dabei nahm sie unter anderem auf die angekündigten Reformen der Freizeitpädagogik und zum Abbau von Bürokratie Bezug, die Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) angekündigt hatte und „nun wohl doch nicht kämen.“
Den NEOS nach sind in den nächsten zehn Jahren österreichweit 20.000 zusätzliche pädagogische Kräfte an Schulen und Kindergärten nötig. Derzeit gebe es zwar genug Absolventinnen und Absolventen der Kindergarten-Ausbildung, aber nur wenige entschieden sich für den Beruf.
Mehr Anreize für Personal
Daher brauche es attraktivere Bedingungen, an den Schulen wollen die NEOS wiederum einen Anreiz für das Personal, ihre Arbeitszeit aufzustocken. Derzeit würden vier von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Teilzeit arbeiten. Gleichzeitig soll Lehrpersonal im Pensionsalter leichter weiter unterrichten können, wenn gewünscht. Weitere Forderungen sind: mehr Autonomie für die Schulen und damit weniger Bürokratie, mehr Unterstützungspersonal, Belohnungen für besonders engagierte Lehrkräfte und ein leichterer Quereinstieg.
*Die Umfrage wurde online unter 1000 Eltern von Schul (655)- und Kindergartenkindern (345) durchgeführt.
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