„Gregerl“ und „Baumi“

„Pärchenabend“ statt Konzert – der Schmäh rennt!

Fußball EM
15.06.2024 18:14

Im ÖFB-Team rennt der Schmäh! Michael Gregoritsch und Christoph Baumgartner zeigten sich bei der Pressekonferenz vor dem EM-Auftakt gegen Frankreich bestens gelaunt. Statt zum Rod-Stewart-Konzert zu gehen, verbringen die beiden lieber einen „Pärchenabend“.

Zwischen zwei der größten Offensiv-Hoffnungsträger des österreichischen Fußball-Nationalteams hat sich eine echte „Bromance“ entwickelt. Christoph Baumgartner und Michael Gregoritsch gelten als dicke Freunde, die auch abseits des Platzes viel gemeinsam unternehmen. Ihr blindes Verständnis soll im ersten EM-Match der ÖFB-Auswahl am Montag (21.00 Uhr/live im sportkrone-at-Ticker) in Düsseldorf gegen Frankreich ein Trumpf sein.

Das stört Gregoritsch an „Baumi“
„Wir haben kaum andere Ansichten, weder taktisch noch sonst irgendwie“, sagte Gregoritsch über das Verhältnis zu Baumgartner. „Wir reden offen und ehrlich miteinander. Ich höre ihm gern zu, weil er coole Ansichten hat.“ Nur eines stört Gregoritsch an seinem „Buddy“: „Ich bin nicht ganz zufrieden damit, wie er ‘Mensch ärgere dich nicht‘ spielt.“ Baumgartner bekrittelte schmunzelnd Gregoritschs Smartphone-Nutzung. Ansonsten hat der Niederösterreicher keinen Grund zur Klage. „Er ist immer hilfsbereit und hat einen guten Schmäh.“ Trotz der engen Freundschaft des Duos kann es im Training schon einmal härter zur Sache gehen, berichtete Baumgartner. „Wir haben auch Phasen, in denen wir uns gegenseitig kitzeln, das setzt neue Energie frei. Wir wissen, allerspätestens wenn das Training vorbei ist, hat sich die Situation erledigt und wir genießen die Zeit miteinander.“

Christoph Baumgartner (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Christoph Baumgartner

„Pärchenabend“
Dass Baumgartner und Gregoritsch wie ein Herz und eine Seele auftreten, wird von manchen ÖFB-Kollegen mit süffisanten Wortmeldungen kommentiert, verriet Gregoritsch. In Anlehnung daran kündigte der Steirer grinsend einen „Pärchenabend“ an, den er am Samstag gemeinsam mit Baumgartner verbringen werde. Die beiden Freunde entschieden sich im Gegensatz zu 15 bis 17 anderen Kaderspielern gegen den Besuch des Konzerts von Rod Stewart. Dafür steht gemeinsames Schauen der 18.00-Uhr-Partie Spanien – Kroatien und ein Sauna-Besuch auf dem Programm.

Gregoritsch bleibt lieber im Hotel, weil er dies für sich als bessere Vorbereitung auf das Frankreich-Match sieht. Von seinem Vater, U21-Teamchef und Rod-Stewart-Fan Werner Gregoritsch, ist deshalb eine Rüge zu erwarten. „Wenn der Papa das jetzt erfährt, dass ich nicht zum Konzert gehe, wird er mich anrufen“, vermutete Gregoritsch junior.

Michael Gregoritsch (Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Michael Gregoritsch

„Habe einige Dinge angepasst“
Gegen die Franzosen gilt der Freiburg-Legionär als gesetzt, beim Turnier vor drei Jahren war er froh, überhaupt in den Kader gerutscht zu sein. „Ich habe seither in meinem engsten Umfeld einige Dinge angepasst“, sagte Gregoritsch und nannte in diesem Zusammenhang die Kooperation mit einer Sportpsychologin und einen Berater-Wechsel.

Gegen die Franzosen wird nicht nur Gregoritschs Torriecher gefragt sein. „Wir müssen als gesamte Mannschaft defensiv und offensiv funktionieren, müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und diese perfekt einsetzen“, betonte der 30-Jährige. Baumgartner sieht sich selbst und Gregoritsch in der Pflicht, beim Verteidigen gegen Frankreichs Offensiv-Kapazunder mitzuhelfen. „Wenn wir vorne guten Druck draufkriegen, dann haben wir einen großen Beitrag dazu geleistet, unsere Defensive zu unterstützen.“

Die Hauptaufgabe Baumgartners liegt jedoch im Offensivspiel, in dem er zuletzt Österreichs überragender Mann war. Der Leipzig-Profi traf in fünf Länderspielen in Folge, ein Kunststück, das zuletzt Hans Krankl 1976 gelungen war. „Ich habe nicht einmal gewusst, dass ich mit ihm gleichauf bin. Das ist eine coole Nebensache, aber wenn wir gewinnen, ist es mir ganz egal, ob ich ein Tor schieße.“

In allen vier Partien dieses Jahres erzielte das ÖFB-Team in den ersten zehn Minuten einen Treffer, Baumgartner gelang im März in Bratislava gegen die Slowakei nach 6,3 Sekunden sogar ein „Weltrekord-Tor“. „Wir versuchen immer, von Beginn an brutal da zu sein, das ist Teil unserer Spielidee. Dass wir gegen Frankreich wieder aus einem Anstoß ein Tor schießen, wird schwierig, aber wenn es uns in der 93. Minute gelingt, wäre das auch nicht schlecht. Dann hat der Gegner keine Zeit mehr, zu reagieren“, meinte der 24-Jährige.

Lobende Worte für Grillitsch
Baumgartner hat seinen Platz in der ÖFB-Anfangself sicher, dahinter gibt es noch ein Fragezeichen um die Position des verletzten Xaver Schlager. Ein Anwärter ist Florian Grillitsch, einst Clubkollege von Baumgartner bei Hoffenheim. „Ich habe kaum einen Spieler erlebt, der mit so einem Ruhepuls spielt. Du hast bei ihm nie das Gefühl, dass er auch nur ansatzweise nervös wird“, sagte Baumgartner über seinen niederösterreichischen Landsmann. „Er öffnet Räume für mich und ich kann mich darauf verlassen, dass ich von ihm immer Unterstützung bekomme. Die Art, wie er spielt, finde ich spannend und cool.“

Zudem habe Grillitsch in den vergangenen ein, zwei Jahren große Fortschritte im Defensivbereich gemacht, betonte Baumgartner. „Ich bin ein Fan und ein Freund von ihm und immer froh, wenn er auf dem Platz steht.“ Die Entscheidung treffe aber natürlich der Teamchef, ergänzte Baumgartner.

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(Bild: KMM)



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