Die Grazer Kunstuniversität zeigt Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ im Mumuth. Unbedingt sehenswert, denn hier wächst eine ganz erstaunliche Generation von jungen Künstlern heran.
Dass sie zeitgenössische Oper beherrschen, haben die Gesangsstudierenden der Grazer Kunstuniversität in diesem Studienjahr bereits mit Nina Šenks „canvas“ bewiesen, Mozart liegt ihnen ebenso, wie die erfolgreichen Aufführungen von „Còsi fan tutte“ belegen.
Eindrucksvolle Leistungen
Und selbst in der Sparte Operette wissen die jungen Sängerinnen und Sänger zu überzeugen. Franz Léhars Meisterwerk „Die lustige Witwe“, das am Samstag im Mumuth Premiere hatte, ist bei ihnen in den besten Händen. Mit eindrucksvollen Leistungen machten Marija-Katarina Jukić als Hanna Glawari und Taku Hayasaka als Graf Danilo, aber auch all die anderen deutlich, dass sie nicht nur über eindrucksvolle Stimmen verfügen, sondern über Spielfreude, Witz und sogar jede Menge tänzerisches Talent. Bis zur kleinsten Rolle gab es hier nur Edelbesetzungen.
Auch das KUG-Orchester hat unter der Leitung von Gerrit Prießnitz seine Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis gestellt. Von Walzerschmelz bis hin zu jazzig anmutenden Einlagen boten die jungen Musiker einen temporeichen und unkonventionellen Klangraum für die Sänger.
Fragwürdige Regie
Insgesamt ein wunderbarer Abend, dem auch die etwas fragwürdige Regie von Andrea Schwalbach (warum die Handlung ins Vogelreich verlegt wurde, erschloss sich eher nicht) und die knallbunte Ausstattung von Lukas Traxler (an Toiletten auf der Bühne hat man sich mittlerweile wirklich satt gesehen) nicht viel anhaben konnten. Unbedingt sehenswert, denn hier wächst eine ganz erstaunliche Generation von jungen Künstlern heran.
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