Aktuelle Studie

177 Drogentote im vergangenen Jahr – Zahl bleibt stabil

Österreich
11.11.2012 14:56
Bis zu 34.000 Menschen in Österreich haben einen "problematischen Drogenkonsum". Dabei handelt es sich um eine höchst gefährdete Personengruppe. 177 Menschen starben 2011 direkt infolge von Überdosierungen, die Zahl der Todesfälle ist damit bereits über mehrere Jahre hinweg stabil. Dies geht aus dem aktuellen Drogenbericht des Gesundheitsministeriums hervor, der jetzt veröffentlicht wurde.

"Wir haben jetzt deutlich bessere Daten über den problematischen Drogenkonsum. Bei der Zahl der Opiat-Abhängigen kann man von einer stabilen Situation sprechen. Durch ein elektronisches Meldesystem können wir auch die Zahl der Substitutionspatienten mit 16.782 Ende des Jahres 2011 besser und genauer eingrenzen. Etwa die Hälfte der Opiat-Abhängigen in Österreich ist damit in Substitutionstherapie", sagte Johanna Schopper, Bundesdrogenkoordinatorin im Gesundheitsministerium, am Sonntag.

Relativ kleinen Personengruppe betroffen
Im Report heißt es, dass illegaler Drogenkonsum in Österreich die Sache einer relativ kleinen Personengruppe ist. "Konsumerfahrungen mit illegalen Drogen (Lebensprävalenz, auf die gesamte Lebenszeit bezogen, Anm.) finden sich in Österreich am häufigsten bezüglich Cannabis mit Prävalenzraten von etwa 30 bis 40 Prozent bei jungen Erwachsenen. In den meisten Repräsentativstudien finden sich des Weiteren Konsumerfahrungen von rund zwei bis vier Prozent für Ecstasy, Kokain und Amphetamine und von rund ein bis maximal zwei Prozent für Opiate."

Bei den Personen mit problematischem Drogenkonsum handelt es sich laut den Studienautoren um eine höchst gefährdete Personengruppe. In Wien etwa wurde erhoben, dass 64 Prozent der Betroffenen akute gesundheitliche Probleme haben. 25 Prozent haben beispielsweise eine chronische Hepatitis C, 19 Prozent Zahnprobleme und 15 Prozent psychiatrische Probleme.

"Cannabis kiffende Jugend" ein Mythos
In der Öffentlichkeit immer wieder auftauchende Diskussionen über eine "Cannabis kiffende Jugend" entbehren laut dem Bericht jeder Grundlage: "In Österreich zählen drei Prozent der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler zu den 'discontinued users' (zumindest einmal verwendet, im vorangegangenen Jahr nicht mehr), vier Prozent zu den 'experimenters' (ein- bis zweimal in den vergangenen zwölf Monaten), vier Prozent zu den 'regular users' (drei bis 39-mal innerhalb des vorangegangenen Jahres) und zwei Prozent zu den 'heavy users' (mehr als 39-mal)". 

Mischkonsum Hauptursache der Todesfälle
Die Todesfälle durch Drogenkonsum ereignen sich vor allem bei Mischgebrauch von Opiaten, Beruhigungsmitteln und Alkohol. Die Autoren des Drogenberichtes: "Insgesamt wurden für das Jahr 2011 auf Basis von Obduktionsbefunden 177 tödliche Überdosierungen verifiziert. Weitere 24 – allerdings nicht obduzierte – Todesfälle gehen höchstwahrscheinlich auf eine Suchtgiftüberdosierung zurück." 

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Österreich
11.11.2012 14:56
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung