Industriellenvereinigungs-Generalsekretär Christoph Neumayer hat im Interview auf krone.tv tiefe Einblicke in die Lage der heimischen Wirtschaft, vor allem der Industrie gegeben. Demnach hätte Österreich bereits viele Standortnachteile wie hohe Lohnstückkosten und zunehmenden Facharbeitermangel.
Neumayer: „Wir haben in Österreich ein Preis-Leistungsproblem. Die Kosten werden höher, die Produktivität sinkt. Wir befinden uns in einer konjunkturellen Bodenbildung, stehen in einer Stagflation.“ Auch der Export würde schwächeln, da vor allem Deutschland mit großen Problemen zu kämpfen habe. Neumayer: „Ein Drittel unserer Exporte geht immer noch nach Deutschland. Aber dort wurde in den letzten viel zu wenig in Infrastruktur und Zukunft investiert. Das sieht man auch am Zustand der Autobahnen. Und es gibt in Deutschland extrem viel Bürokratie.“
Massive Teilzeitquote
Was die Arbeitszeitdebatte betrifft, stellt der IV-Sekretär klar: „Ein anstrengungsloses Einkommen mit immer weniger arbeiten wird nicht möglich sein. Österreich ist jetzt schon europaweit die Nummer zwei bei der Teilzeit.“ Neumayer verspricht gar, bei der Arbeitszeitdiskussion auch künftig nicht locker zu lassen. Dabei ginge es aber nicht um eine Steigerung der Wochenarbeitszeit. Neumayer: „Wir müssen versuchen, die Menschen länger in Beschäftigung zu halten. Es geht um eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit. Auch die Jahresarbeitszeit muss hoher werden. In den USA werden zum Beispiel jährlich 1.800 Stunden gearbeitet, in Österreich sind es nur 1.500 Stunden.“ Fazit daraus: Mehr Jahresarbeitszeit. Und späterer Pensionsantritt.
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