Weil er im Streit einem damals 19-Jährigen ein Messer in den Bauch gestochen haben soll, saß ein 27-jähriger Somalier am Dienstag vor dem Landesgericht Innsbruck auf der Anklagebank. Die Hintergründe der Tat blieben aber auch beim Prozess vorerst noch unklar.
Es ging um einen Betrugsversuch bei einem Kokain-Deal – zumindest wenn man dem Angeklagten glaubt. Demnach soll das spätere Opfer (19) dem 27-Jährigen versucht haben, Mehl statt Koks anzudrehen. „Als ich den Schwindel bemerkt habe und mein Geld zurückwollte, hat er mir Pfefferspray ins Gesicht gesprüht“, erklärte der Angeklagte wortreich vor dem Innsbrucker Landesgericht.
„Fehler“ zugestanden, aber „keine Absicht“
Aus Angst – sowohl um sein Geld, als auch um seine Gesundheit – habe er dann zum Messer gegriffen und einmal zugestochen. „Dies war ein Fehler“, räumte der Somalier ein. In dieser Sache bekannte er sich auch schuldig, nicht aber hinsichtlich der angeklagten absichtlichen schweren Körperverletzung. „Absicht war da nie dahinter“, so sein Anwalt.
Schwere Verletzung an der Rippe
Das Opfer – das nicht zur Verhandlung erschien – hatte im Vorfeld eine völlig andere Geschichte zu Protokoll gegeben. Der Angeklagte habe ihn um Cannabis gefragt und ihm schließlich auch 20 Euro aus seiner Hosentasche gestohlen. Als er sein Geld zurückwollte, sei es zu Handgreiflichkeiten und schließlich zum Stich mit einem rund 20 Zentimeter langen Messer gekommen, bei dem laut Gutachten „der Bauchraum geöffnet und eine Rippe verletzt wurde“. Ein Pfefferspray sei laut dem 19-Jährigen keiner im Spiel gewesen.
Nach Entlastungszeugen wird gefahndet
Da der mutmaßliche Entlastungszeuge des Angeklagten, der am Abend der Tat dabei war, der Verhandlung unentschuldigt fernblieb, wurde vertagt. Es wird nach ihm gefahndet. Bis zum Auffinden seines Kollegen muss der Angeklagte in der U-Haft verharren.
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