„Lieber Heinz, der Kuchen wird jetzt verteilt ... wir müssen dringend die Weichen für mich stellen.“ Das schrieb der Vorturner der Nation an den seinerzeitigen FPÖ-Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache. Eine von vielen whatsApp-Nachrichten, in denen sich Philipp Jelinek seine Karriere offenbar richten wollte. Am Donnerstagabend zog der ORF die Konsequenzen, ab sofort setzt man dort auf „Fit ohne Philipp“.
Fast zeitgleich ging es auch am Rande des rot-blauen Untersuchungsausschusses um ein karrieretechnisches Manöver. Da erklärte FPÖ-Chef Herbert Kickl, dass der heutige Bundeskanzler Karl Nehammer ihn in seiner kurzen Regierungszeit gebeten habe, seine Frau ins Innenministerium zu holen, sie habe sich als Sprecherin bei Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka nicht wohlgefühlt.
Interventionitis und Freunderlwirtschaft gehören zur österreichischen Kultur wie das Schnitzel und der Spritzwein. Es gibt wohl kaum einen Volksvertreter, der noch nie irgendwo für irgendwen interveniert hat. „Anschieben“ nennen es jene, die ohne schlechtes Gewissen davon Gebrauch machen. Um in die Gunst eines Postens, einer Gemeindewohnung oder einer Förderung zu kommen.
Wenn es jetzt schwarz auf weiß nachzulesen ist wie bei „Fitness-Philipp“ oder als Behauptung Kickls an die Öffentlichkeit dringt, dann mag man es befremdlich oder auch erschreckend finden. Aber überrascht ist niemand. So war das bei uns immer schon. Und das ist eigentlich das Erschreckendste.
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