Die Jungtiere wurden von Passanten gefunden und werden nun von Menschenhand aufgepäppelt. Gleichzeitig warnen Experten aber vor lediglich gut gemeinter Tierliebe.
Ein ganz spezielles „Osternest“ gibt es derzeit in der Eulen- und Greifvogelstation Haringsee im Bezirk Gänserndorf. Dort werden derzeit zwei Feldhasenbabys betreut. Passanten hatten diese in einer nahe gelegenen Baugrube entdeckt und dorthin gebracht. „Es gab in der Nähe keinen geschützten Platz, wo man sie hätte aussetzen können. Daher war es richtig, dass sie zu uns gebracht wurden“, so Leiter Hans Frey. Bis zu fünfmal am Tag werden die Nager nun gefüttert, bis sie von der Flasche trinken können.
Nicht jedes Baby muss gerettet werden
Frey betont aber auch, dass nicht jedes Hasenbaby gerettet werden muss. „Für einen Junghasen ist es normal, den ganzen Tag alleine in einer Erdmulde zu sitzen und auf seine Mutter zu warten“, so Frey. Denn meist ist diese nicht weit entfernt auf Futtersuche, zeigt sich aber nicht, wenn potenzielle Feinde, zu denen für sie auch Menschen zählen, in der Nähe sind. „Die Bergung ist nur gerechtfertigt, wenn er sichtbar verletzt oder die Mutter nachweislich verstorben ist“, weiß Frey, der empfiehlt, im Zweifelsfall immer zuerst eine Wildtierstation zu kontaktieren.
Übrigens: Selbst wenn man einen Junghasen versehentlich berührt, muss man ihn nicht gleich mitnehmen. Frey: „Die Hasenmutter versorgt entgegen dem weit verbreiteten Glauben ihr Junges auf jeden Fall weiterhin, auch wenn sie den Menschen am Geruch erkennt.“
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