Den Frauen-Riesentorlauf hat nicht nur der neue ÖSV-Sportdirektor als Problemdisziplin bei den Alpinen ausgemacht. Just am Tag nach einem entsprechenden Sager von Mario Stecher sorgten Stephanie Brunner als Vierte und Julia Scheib als Fünfte in Hinterglemm für das beste Team-Ergebnis der Saison. Chefcoach Roland Assinger zeigte sich davon aber eher unbeeindruckt. Es sei zwar „Balsam auf der Haut“, befand der Kärntner, doch: „Das Rennen widerspiegelt nicht ganz diese Saison.“
Seine Schützlinge hätten immer wieder gute Teilleistungen gehabt in diesem Winter. „Auch heute wieder hat die eine oder andere im ersten Durchgang nicht ganz gezeigt, was sie kann, und ist im zweiten nach vorne gefahren“, sagte Assinger am Sonntag. Er verwies allerdings auf den großen Rückstand zur absoluten Spitze, lag Brunner doch 1,92 Sekunden hinter Siegerin Federica Brignone. „Es zeigt, dass wir zumindest in der erweiterten Weltspitze mit dem letzten Rennen anklopfen. Aber nach vorne hin fehlt schon noch viel.“
„Ein harter Kampf“
Auch angesichts der weiteren Platzierungen – Katharina Liensberger war 13., Franziska Gritsch 19., Ricarda Haaser schied aus – übte sich Assinger in Zurückhaltung. Diese Saison sei „ein harter Kampf“ gewesen. „Ich erinnere nur an Jasna. Ich bleibe seriös am Boden. Es geht auf und ab, und jetzt ist es schön für die Vorbereitung, die ja jetzt im Mai beginnt, dass ein Impuls gekommen ist, auf den man aufbauen kann“, betonte er. „Letztendlich geht es aber darum, dass man gewinnt. Das muss das Ziel sein für die nächsten Monate und Jahre.“
Stecher hatte am Vortag bei einer Pressekonferenz gesagt: „Ich glaube, man braucht kein Hehl daraus machen, dass wir im Riesentorlauf bei den Damen jetzt nicht sonderlich gut durch die Saison gekommen sind. Ich glaube, das sollte nicht der Anspruch des Österreichischen Skiverbandes sein, nicht ständig um das Podium mitzumischen. Es ist sicherlich ein Ziel von uns allen, dass wir das in nächster Zukunft sofort wieder schaffen.“ Der Steirer meinte jedoch, er sei sich sicher, „dass das relativ schnell auch wieder gelingen wird“.
„Zurück wird dauern“
Dem widersprach Assinger: „Das Zurück wird dauern.“ Mögliche personelle Veränderungen bei den Trainern, die Stecher in den Raum gestellt hatte, wollte der Cheftrainer nicht kommentieren. „Es ist immer ein Kommen und ein Gehen, ein Business wie beim Fußball. Jetzt werden die ganzen Sachen analysiert. Was kann man besser machen? Wo können personelle Änderungen was bringen? Da bin ich heute sicher nicht bereit, dass ich da irgendeine Aussage tätige.“
Erfreulich sei der Zwischenstand im Frauen-Nationencup. Dort ergab sich für Österreich am Sonntag durch den Riesentorlauf ein 43-Punkte-Vorsprung auf die Schweiz. „Wir waren schon vorne, wir waren weit hinten. Jetzt haben wir uns zurückgekämpft“, erläuterte Assinger. „Im Speed bin ich guter Dinge, da sind wir generell gut aufgestellt. Jetzt heißt es, das dann noch über die Ziellinie bringen.“
Was den künftigen Status von Gritsch angeht, gebe es noch gar nichts zu sagen, betonte Assinger. Die Tirolerin betreibt seit Ende Dezember gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Coach Florian Stengg mehr oder minder ein Privatteam außerhalb der ÖSV-Strukturen, da die Liebesbeziehung in den Augen der Verantwortlichen nachteilig für das Teamgefüge ist. „Bis dato hat es noch keine Gespräche gegeben“, sagte Assinger. „Der Weg zurück, die Türe steht offen.“ Gritsch bekräftigte: „Ich werde und kann jetzt beim Finale nichts sagen.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.