Als erste Partei wagt sich in Vösendorf die FPÖ aus der Deckung und präsentiert die Spitzenkandidatin für die vorgezogene Gemeinderatswahl. Während Mandatare von ÖVP und SPÖ die Staatsanwaltschaft beschäftigen, schicken die Freiheitlichen eine Juristin mit kantigen Ansagen ins Rennen.
Jetzt nimmt der Gemeinderatswahlkampf in Vösendorf weiter an Fahrt auf. „Krone“-Leser wissen: In dem Ort im Bezirk Mödling sind die Bürger am 5. Mai zu den Wahlurnen gerufen. Auslöser war die Affäre um ÖVP-Bürgermeister Hannes Koza, der eine private Anwaltsrechnung vorerst über das Feuerwehrkonto der Gemeinde abgerechnet hatte.
Magistra für Sicherheit und Anstand
„Ich will diesen Sumpf gemeinsam mit den Bürgern trockenlegen!“ Mit dieser Ansage tritt jetzt Kerstin Liebl für die Freiheitlichen in Vösendorf in den Wahlkampfring. Die Magistra will als gelernte Juristin Sicherheit, Anstand und Gerechtigkeit in der Lokalpolitik hochhalten. Sie sieht Politik „als Dienst am Bürger“ und geht mit dem „System Koza“, wie sie es nennt, hart ins Gericht: „Es gibt ein paar Großkopferte, die immer glauben, dass sie es sich richten können. Da wird in den Hinterzimmern des Gemeindeamtes alles ausgepackelt und über die Bevölkerung drübergefahren.“
Das System Koza hat unsere Familien betrogen und eiskalt in die Taschen der Steuerzahler gegriffen. Ich will zeigen, dass es auch sauber geht. Wenn Hannes Koza einen Funken Anstand besitzt, dann legt er alle politischen Funktionen nieder.
Kerstin Liebl, FPÖ-Kandidatin in Vösendorf
Frau mit Prinzipien
Ihre juristische Laufbahn habe sie gelehrt, wie Transparenz und Rechtsstaatlichkeit funktionieren. Diese Prinzipien will die Akademikerin, die seit 15 Jahren als Revisorin tätig ist, im Vösendorfer Rathaus verankern. Liebl wird im Wahlkampf von der FPÖ als die „Kraft der Veränderung“ präsentiert.
Staatsanwaltschaft hat viel zu tun
Wie berichtet, waren zuletzt auch Vorwürfe über angeblich überhöhte Rechnungen gegen SPÖ-Mandatare laut geworden. Dieser Fall und die „Rechnungsaffäre“ von Bürgermeister Hannes Koza beschäftigen derzeit die Staatsanwaltschaft. Ermittlungsergebnisse liegen noch keine vor.
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