Da gibt es eine wissenschaftliche Studie, die belegt, dass es gesundheitsgefährdend ist, in steirischen Flüssen zu baden - und das Land tut nichts. Dabei hatten die Autoren noch darauf gedrängt, die Bevölkerung zu informieren. Laut Gerhard Semmelrock, zuständig für die Gewässeraufsicht, sei das Aufgabe der Sanitätsdirektion.
"Habe noch nie einen Schwimmer gesehen"
Doch dort will man nichts falsch gemacht haben: Dass die Flüsse zum Baden nicht geeignet sind, wisse doch jedes Kind, meint Landessanitätsdirektor Odo Feenstra lapidar. Außerdem habe er die Studie "auf die Homepage gestellt", ergänzt er, um den Ball dann wieder an Semmelrock zurückzuspielen. Denn eigentlich sei er nur für die "gesetzlich definierten Badestellen" zuständig - "und Fluss ist da keiner darunter".
Feenstras Meinung nach hätte also - wenn überhaupt - die Gewässeraufsicht tätig werden müssen. "Ich habe aber noch nie einen Schwimmer gesehen", wiegelt der steirische Landessanitätsdirektor ab.
In Graz entsteht ein Stadtstrand
Tatsache ist, dass manche Flüsse - wie die Sulm - sehr wohl zum Baden genutzt werden. In Graz tummeln sich an der Mur Surfer sowie Kajakfahrer (Bild), im Süden der Stadt entsteht derzeit sogar ein Stadtstrand. Auch Bruck denkt über den Bau einer stehenden Surf-Welle nach. An der Salza und der Enns werden Rafting-Touren angeboten.
Warum die Studienergebnisse nicht publik gemacht wurden, bleibt daher ein Rätsel. Semmelrock räumt ein, dass das für die Bürger "ärgerlich" sei. Immerhin.
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