Die „Steinerne Rinne“ im „Koasa“ ist durch einen Beschluss des Landesausschusses der Tiroler Bergrettung nun nicht mehr Doppelalarmierungsgebiet. Diese Entscheidung war nach einem Zwist zwischen den Bergrettungsortsstellen Kufstein und St. Johann notwendig geworden.
Wer soll Kletterer bzw. Alpinisten retten, die zwischen dem Stripsenjochhaus und dem Ellmauer Tor in Bergnot geraten? In den vergangenen Jahren war hier – in der sogenannten Steinernen Rinne – sowohl die Bergrettungsortsstelle St. Johann als auch Kufstein zuständig. „Es handelte sich um ein Doppelalarmierungsgebiet“, informiert Gregor Franke von der Geschäftsstelle der Tiroler Bergrettung.
Ausschuss in Kufstein trat zurück
Immer wieder kam es in dem Zusammenhang zu Unstimmigkeiten zwischen den Bergrettern aus Kufstein, die über eine Diensthütte am Stripsenjoch verfügen, und jenen aus St. Johann, die eine wesentlich kürzere Anfahrtszeit haben. Eine Reanimation im Vorjahr, bei der aber ohnehin der Notarzthubschrauber als erster vor Ort eintraf, machte aus einem Zwist einen handfesten Wickel. Inzwischen trat sogar der Ausschuss der Ortsstelle Kufstein zurück.
Doch nun hat Tirols Bergrettungschef Hermann Spiegl die Zügel in die Hand genommen. Doppelalarmierungen sind Geschichte!
Es wird nur noch eine federführende Ortsstelle und eine Einsatzleitung geben.
Gregor Franke von der Geschäftsstelle der Bergrettung Tirol
Einsatzgrenzen im Sinne der Patienten
Gregor Franke wurde beauftragt, „rechtlich saubere Einsatzgrenzen im Sinne der Patienten“ auszuarbeiten. Heißt konkret: Zuständig ist jene Ortsstelle, die am schnellsten am Unglücksort sein kann. „In der Steinernen Rinne sind dies die Bergretter aus St. Johann“, stellt Franke klar. „Denn sie kommen mit dem Auto durch das Kaiserbachtal bis zur Griesneralm und nützen in der Folge die Seilbahn zum Stripsenjochhaus. Die Kufsteiner müssten hingegen einen Umweg von 30 Minuten mit dem Auto zurücklegen.“
Den Beschluss, die Grenzen in der Steinernen Rinne neu zu ziehen, hat der Landesausschuss einstimmig gefasst.
Hermann Spiegl, Landesleiter Bergrettung Tirol
Landesausschuss befasste sich mit Thema
Am Mittwochabend hat sich dann der Landesausschuss der Tiroler Bergrettung mit dem Thema befasst und einen Beschluss gefasst. „Die Steinerne Rinne gehört künftig allein zur Ortsstelle St. Johann“, informiert Hermann Spiegl. Außerdem wurden die Einsatzgrenzen der Ortsstelle Scheffau nach Norden in das ehemalige Doppelalarmierungsgebiet verschoben, weil die Scheffauer das Auto bis zur Gruttenhütte nützen können.
Bei Großeinsätzen im Wilden Kaiser müssen laut Gregor Franke aber ohnehin alle drei Ortsstellen mitwirken. „Es wird jedoch nur noch eine federführende Ortsstelle und eine Einsatzleitung geben“, betont er.
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