Für die steirischen Elternvereine war die Verkürzung der Studienzeit für angehende Lehrer längst überfällig. Der Bildungslandesrat jedenfalls applaudiert dem Bildungsminister.
Unbesetzte Planstellen, eine Doppelbelastung zwischen Klasse und Uni, viele Berufsausstiege aus Unzufriedenheit: Vor allem Junglehrer haben das Reformpaket für die neue Lehrerausbildung händeringend herbeigesehnt.
Wie berichtet, ist darin vor allem eine Verkürzung des Lehramtsstudiums verpackt. Sowohl für die Volksschulen als auch für die Mittel- und Höheren Schulen sind jetzt gesamt fünf Jahre Büffeln im Uni-Hörsaal vorgesehen: drei Jahre (statt vorher vier) für das Bachelor- und zwei Jahre für das anschließende Masterstudium. Letztere Ausbildung müssen Lehrkräfte zwar berufsbegleitend absolvieren - jetzt aber nur mehr mit einer halben Lehrverpflichtung.
Aus der Steiermark kommt Applaus für die Bundesregierung. ÖVP-Bildungslandesrat Werner Amon zeigt seinem Parteifreund Bildungsminister Martin Polaschek „Daumen hoch“: „Mit den Änderungen wird der Lehrerberuf attraktiviert, indem die Ausbildungsdauer verkürzt wird und mehr Praxisangebote kommen. Damit wird dem Lehrkräftemangel entgegengewirkt.“
„Waren immer gegen Verlängerung der Ausbildung“
Für Ilse Schmid, Präsidentin des Elternverein-Landesverbands, kommt die Neuerung zu spät. Denn man habe sich von Anfang an klar gegen die Ausbildungsverlängerung ausgesprochen und vor deren Folgen gewarnt. „Unsere Frage war stets dieselbe: ,Was bringt ein längeres Studium für die Qualität des Unterrichts?’ Inhaltlich war das nicht gerechtfertigt.“ Beim Masterstudium sei es zu Kollisionen zwischen Uni und Unterricht gekommen. „Es ist ärgerlich, dass die Einsicht so lange gedauert hat.“
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