Die Gewalt an Schulen nimmt neue Ausmaße an. Das belegen nicht nur Zahlen und Fakten, sondern auch Berichte von verzweifelten Schulleitern. Ein Direktor, der anonym bleiben will, verrät schockierende Details aus dem Schulalltag.
Die Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen steigt. Das geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung der ÖVP Wien hervor. So hat sich die Zahl der Anzeigen an Wiens Schulen von 2021/22 auf 2022/23 knapp vervierfacht, die Zahl der Suspendierungen von 2021/22 auf 2022/23 annähernd verdoppelt. Ein noch klareres Bild ergibt sich durch die Berichte eines Pflichtschuldirektors aus Wien, der anonym bleiben will.
Die traurige Steigerung auf das vierfache Niveau vom Vorjahr zeigt den klaren Handlungsbedarf erneut auf. Es ist schon 5 nach 12, wenn sich Lehrer und Schüler in Wien fürchten müssen, in die Schule zu kommen.
ÖVP-Landesparteiobmann Karl Mahrer
Übervolle Klassen
„Hatten wir früher ein Problemkind pro Klasse, sind es jetzt vier bis fünf“, erzählt der Schulleiter. Übervolle Klassen erschweren die Angelegenheit. Speziell in Wien kommt der hohe Anteil an nichtdeutschsprachigen Schülern hinzu, die oft auch ganz andere Werte haben. So weigern sich Burschen neben Mädchen zu sitzen, spielen sich als Sittenwächter auf und haben keinen Respekt vor einer weiblichen Lehrperson. Zusätzlich haben Pädagogen oft mit aggressiven Eltern zu tun, die die Schuld allein auf die Schule abwälzen. „Wir können nicht die komplette Erziehung übernehmen“, beklagt der Rektor.
Verhaltensauffällige Kinder
Im Allgemeinen hätte die Disziplinlosigkeit stark zugenommen. Hausaufgaben werden nicht gemacht, viele Eltern interessieren sich nicht für die Schule. Hinzu kommen mehr verhaltensauffällige Kinder, oft aus betreuten Wohnungen der MA11. „Damit wieder ein ordentlicher Unterricht stattfinden kann, braucht es viel mehr Supportpersonal“, so der Wiener.
Gewalt ist immer mehr Thema an Wiens Schulen
Und auch einige sehr bedenkliche Aussagen macht der Wiener Direktor zum Thema Gewalt: „Fast jeder Pflichtschuldirektor hatte schon mit der Justizanstalt Josefstadt zu tun.“ Zudem wurden an zahlreichen Schulen bereits Amokläufe angedroht. Auch käme es öfters vor, dass die Polizei Schüler abholt und ein paar Tage später seien sie wieder in der Klasse.
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