09.01.2012 17:10 |

NAIAS 2012

Hersteller protzen auf der Automesse in Detroit

Protzen, nicht kleckern - lautet das Motto auf der diesjährigen Auto Show in Detroit. Während den Herstellern in den Vorjahren noch die Rezession in den Knochen steckte, ist nun alles auf Wachstum ausgerichtet. Die Verkaufszahlen im wichtigen nordamerikanischen Markt sind im vergangenen Jahr kräftig gestiegen; selbst die gebeutelten US-Autobauer schreiben wieder Gewinne.

Nichts deutet auf der bedeutendsten Branchenmesse des Kontinents mehr auf die Insolvenzen von General Motors und Chrysler im Sommer 2009 hin oder die zwischenzeitlichen finanziellen Schwierigkeiten bei Ford.

Ein Hauch Italien in Detroit
Die Autokonzerne haben sich ihren Messeauftritt einiges kosten lassen. Selbst der schwächste der "Detroit Three", Chrysler, ist mit einem aufwendigen Stand vertreten. Die Handschrift des neuen Mehrheitseigners Fiat ist dabei unübersehbar: Bistro-Tische und Plexiglas-Barhocker bringen italienisches Flair in den kühlen Norden der Vereinigten Staaten. Auch Kleinwagen vom Typ Fiat 500 sind zu sehen, gleichberechtigt mit riesigen Pick-up-Trucks der US-Marke Ram. Erstmals präsentiert wird erstmals der Dodge Dart (Foto), der auf dem Alfa Romeo Giulietta basiert.

Die größten Messeauftritte haben General Motors und Ford. Das übergroße Logo der GM-Massenmarke Chevrolet ist dabei schon vom anderen Ende der Halle zu sehen, in der sich die gesamte Auto Show abspielt. Die Opel-Mutter rückt daneben vor allem ihre Premiummarke Cadillac ins Scheinwerferlicht, die mit dem neuen Einstiegsmodell ATS den deutschen Rivalen die Kunden abspenstig machen soll. BMW und Mercedes waren im vergangenen Jahr die Premiumkönige in den USA, und auch Audi legte kräftig zu.

Während die im US-Markt starken japanischen und südkoreanischen Hersteller eher schlichte Stände aufgebaut haben, lassen es die deutschen Konzerne krachen. Sie haben im vergangenen Jahr bei den Verkäufen in Nordamerika kräftig zugelegt und wollen den guten Lauf fortsetzen. Mini sticht dabei mit der Präsentation seines neuen Roadster heraus. Der kleine Flitzer hängt an der Wand des Stands.

Auffällig ist, dass die in den USA so beliebten Pick-up-Trucks und Geländewagen auf der Messe unterrepräsentiert sind. Sie haben im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der Gesamtverkäufe von 12,8 Millionen Stück ausgemacht. Auf den Ständen zeigen aber selbst die für ihre Dickschiffe bekannten US-Konzerne vor allem Pkws. Auch BMW stellt keineswegs einen SUV in den Mittelpunkt, sondern seine Hybrid-und Elektroautos.

Deutsche Hersteller blasen zum Angriff
Selbstbewusst nach den Verkaufserfolgen des vergangenen Jahres trauen sich BMW, Daimler & Co zu, ihre Stellung auf dem weltweit zweitgrößten Automarkt auf Kosten der Konkurrenz weiter auszubauen. "Wir erweitern unsere Kapazitäten, bringen neue Modelle auf den Markt und haben das Ziel, unseren Marktanteil auch in diesem Jahr zu erhöhen", kündigte Matthias Wissman, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), am Montag zum Auftakt der Automesse in Detroit an.

Am Vortag hatten Daimler und Nissan eine gemeinsame Motorenproduktion in Nordamerika bekanntgegeben. Audi denkt immer konkreter über eine Fertigung in der Region nach. VW hat bereits ein neues Werk in den USA eröffnet und will den Absatz im laufenden Jahr deutlich steigern.

Steigende Spritpreise und höhere Umweltauflagen, so das Kalkül der Hersteller, wird künftig immer mehr Amerikaner zu einem kleineren Modell greifen lassen. Die Messe läuft bis zum 22. Jänner.

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