20.10.2011 21:01 |

Nichts zu holen

Anderlecht schlägt Meister Sturm Graz 2:0

Meister Sturm Graz hat in der Europa League im Aufstiegsrennen einen Rückschlag erlitten. Die Grazer mussten sich am Donnerstagabend vor 14.297 Zuschauern in der UPC-Arena dem RSC Anderlecht verdient mit 0:2 geschlagen geben. Die Truppe von Chefcoach Franco Foda hält damit in der Gruppe L nach drei Spielen weiterhin bei drei Punkten. Anderlecht (9) führt mit dem Punktemaximum vor Lok Moskau (6). AEK Athen liegt nach drei Niederlagen am Tabellenende

Die Steirer hielten die über weite Strecken schwache Partie lange Zeit offen, individuelle Fehler kosteten sie aber einen Punktgewinn. Guillaume Gillet (66.) und Matias Suarez (75.) sorgten für die Entscheidung zugunsten der Gäste. Aufseiten der Grazer sah Thomas Burgstaller in der 67. Minute die Gelb-Rote Karte.

Stürmer Roman Kienast und Andreas Hölzl, die beim 3:3 in der Meisterschaft am Sonntag in Mattersburg nach der Pause ihr Comeback gegeben hatten, standen noch nicht in der Startformation. Coach Franco Foda hatte Darko Bodul an vorderster Front sowie dem quirligen Florian Kainz links im Mittelfeld den Vorzug gegeben. Zudem durfte sich doch etwas überraschend Christian Klem für den nicht ganz fitten Giorgi Popchadse links in der Viererkette versuchen.

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Anderlecht spielerisch überlegen
Die Grazer versuchten auf nassem Rasen wie angekündigt mitzuspielen, sich nicht nur zu verstecken, waren Belgiens Rekordmeister aber spielerisch unterlegen. Anderlecht war ballsicherer, kombinierte besser, kam aber auch nicht wirklich gefährlich vor das Tor von Sturm-Goalie Silvije Cavlina. Zweimal wurden die Belgier zumindest halbwegs gefährlich, ein Schuss von Mbokani ging drüber (27.).

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie etwas mehr an Fahrt auf. Ein Kopftor von Mbokani wurde vom irischen Schiedsrichter Alan Kelly zu Recht aberkannt, da Sturmpartner Suarez passiv im Abseits gestanden war (53.). Die Grazer versuchten es mit Schüssen von Weber (54.) und Bodul (57.) aus der zweiten Reihe, die Anderlecht-Tormann Proto aber nur wenig Mühe bereiteten. Bei der besten Chance der Heimischen rettete nach einem Kainz-Stanglpass Safari Millimeter vor dem aus kurzer Distanz einschussbereiten Ehrenreich (63.).

Patzer von Cavlina
Die vergebene Möglichkeit rächte sich aufgrund eines Fehlers von Cavlina prompt. Der Sturm-Tormann konnte nach einem Mbokani-Querpass und einem Zweikampf von Burgstaller mit Jovanovic den Ball nicht festhalten, Gillet schaltete am schnellsten und traf genau ins Eck (66.). Eine Minute später sah der schwache Burgstaller nach einem Foulspiel auch noch völlig zu Recht die Ampelkarte, damit war die Partie für die Grazer gelaufen.

Und die Belgier taten noch etwas fürs Torverhältnis. Nach Idealzuspiel von Mbokani umspielte Suarez Goalie Cavlina und traf ohne Mühe zum 2:0 (75.). Für den Argentinier war es bereits der fünfte Treffer in der laufenden Gruppenphase.

Meinungen zum Spiel
Franco Foda (Sturm-Graz-Trainer): "Ich bin sehr enttäuscht. In der ersten Hälfte waren wir taktisch sehr gut, haben auch Chancen gehabt. Die Chancen für den Gegner hat es nur durch unsere Fehler gegeben. Zur Pause habe ich den Spielern gesagt, dass sie ruhiger spielen sollen, das ist ihnen in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte auch besser gelungen. Dann sind wir aus dem Nichts in Rückstand geraten, durch einen unnötigen Auswurffehler des Tormanns. Dann war noch das unnötige Frustfoul von Burgstaller, das hat meine taktischen Pläne durchkreuzt. Danach war das Spiel gelaufen. Den Aufstieg haben wir noch nicht abgeschrieben, in den letzten drei Spielen gibt es noch neun Punkte zu holen."

Mario Haas (Sturm-Graz-Stürmer): "Der Unterschied war, dass Anderlecht unseren ersten Fehler sofort bestraft hat, wir waren aber nicht so kaltschnäuzig, die Fehler von Anderlecht auszunützen."

Ferdinand Feldhofer (Sturm-Graz-Abwehrspieler): "Wir haben es verabsäumt, das 1:0 zu machen, wäre uns das gelungen, hätte es ganz anders ausgeschaut. Aber da fehlt uns die individuelle Klasse, die Anderlecht hat."

Ariel Jacobs (Anderlecht-Trainer): "Es ist unser dritter Sieg in Folge, ich bin sehr zufrieden und erstaunt über den Tabellenstand. Wir können jetzt schon im nächsten Spiel den Aufstieg fixieren. In der ersten Hälfte waren wir defensiv nicht so gut, aber wir haben Sturm wenige Chancen gelassen. Wie so oft im Fußball haben wir die Tore genau dann geschossen, als es für Sturm am besten gelaufen ist. Das war entscheidend."

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