Zurück in der Ukraine

Verschleppter Bub berichtet von Misshandlungen

Ausland
24.03.2023 18:33

17 ukrainische Kinder sind nach fast einem Jahr in russischer Gefangenschaft wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Einer von den Freigelassenen ist der 15-jährige Witali, der Reportern von seinem Leben nach seiner Verschleppung erzählte: So seien Kinder mit „einer Art von Metallstange“ geschlagen worden. Man habe ihm zudem versucht einzureden, dass seine Eltern ihn verstoßen hätten.

Die Minderjährigen, die nun wieder mit ihren ukrainischen Familien vereint wurden, stammen aus den vormals besetzten Regionen Cherson und Charkiw. Die Regierung des von Moskau angegriffenen Landes vermutet, dass während der Besatzung bis zu 16.000 Kinder von Russland verschleppt wurden. 

Witali (15) berichtete nach seiner Freilassung von Misshandlungen in russischer Gefangenschaft. (Bild: kameraone)
Witali (15) berichtete nach seiner Freilassung von Misshandlungen in russischer Gefangenschaft.

Kinder mit Metallstange geschlagen
Zurück in seiner Heimat schilderte Witali (15), wie sein Alltag im vergangenen Jahr in einem Lager auf der Krim ausgesehen hatte. Es habe Misshandlungen und Lügen gegeben. Kinder seien geschlagen worden: „Ja, diejenigen, die für die Ukraine waren. Die aus Cherson waren fast alle für die Ukraine“, erzählt der Bub. „Wie haben sie sie geschlagen?“, fragte eine Reporterin nach. „Mit so einer Art von Metallstange“, führt Witali aus. „Einem Mädchen schlugen sie auf den Rücken. Sie hatte eine riesige Wunde.“

Kindern wurde erzählt, sie seien verstoßen worden
Als zwei Kinder patriotische Parolen, wie „Ehre der Ukraine“ gerufen hätten, seien diese weggebracht worden. „Ich weiß nicht, was mit ihnen passiert ist.“ Er schildert, wie man versucht hatte, ihn von seinen Eltern zu entfremden, indem man ihm sagte, diese hätten kein Interesse mehr an ihm. „Sie sagten, dass sie uns verstoßen hätten und nicht abholen würden“, so Witali. Stattdessen wurde ihm gedroht, man würde ihn in die russische Stadt Pskow bringen, wo er adoptiert werde. „Sie sagten, niemand würde uns zurücknehmen. Wir seien jetzt Kinder Russlands.“

Putin soll für Verschleppungen „persönlich verantwortlich“ sein
Tausende andere ukrainische Kinder befinden sich noch in russischer Gefangenschaft. Die systematische Deportation Minderjähriger ist ein Fall für den Internationalen Gerichtshof Strafgerichtshof in Den Haag. Dort wurde ein Haftbefehl gegen Russlands Präsident Wladimir Putin erlassen - es bestünden „vernünftige Gründe“ für die Annahme, dass Putin für die als Kriegsverbrechen einzustufende Verschleppung von Kindern auf russisches Territorium „persönlich verantwortlich“ sei, hieß es in einer Erklärung.

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