Ein Steirer beantragte einen günstigen Grundversorgungs-Tarif - doch die Bearbeitung dauerte viel zu lange: Sein Gaszähler wurde ausgebaut. Der Mann saß mit seiner Familie im Kalten.
Seit der Explosion der Energiepreise nutzen immer mehr Menschen die bis vor Kurzem völlig unbekannte, rechtlich aber durchaus umstrittene Möglichkeit der Grundversorgung: Man hat das Recht, Strom, aber auch Gas zu einem „angemessenen Durchschnittspreis“ zu beziehen, der meist unter den aktuellen Markttarifen liegt.
Auch ein Steirer aus dem Bezirk Graz-Umgebung beantragte, drei Wochen bevor sein alter Vertrag bei einem anderen Anbieter auslief, die Gas-Grundversorgung beim Verbund. Er erhielt per Mail eine Bestätigung mit einer Ticketnummer, auf Nachfrage hieß es, der Antrag werde in maximal 14 Tagen erledigt, erzählt der Mann der „Krone“.
Wartezeit: mindestens sechs Wochen
Doch dann tat sich: nichts. Beim dritten Anruf hieß es plötzlich, der Antrag sei nicht auffindbar - und die Wartezeit betrage zumindest sechs Wochen! Auch die Schlichtungsstelle der E-Control verwies auf eine wochen-, wenn nicht monatelange Wartezeit.
„Hatte keine Heizung und kein Warmwasser“
Am 5. März endete der alte Vertrag, nur einen Tag später bauten die E-Netze-Steiermark bereits den Gaszähler aus. „Wir hatten keine Heizung und kein Warmwasser!“ Laut Energie Steiermark ist alles rechtens: Man ist gesetzlich verpflichtet, den Zähler zu demontieren, sobald kein aufrechter Liefervertrag vorliegt, „um eine missbräuchliche Verwendung auszuschließen“.
Der Steirer musste notgedrungen rasch einen normalen Vertrag bei einem anderen Anbieter abschließen. Für Verbraucherschützer Peter Kolba vom VSV, der den Steirer beriet und unterstützte, zeigt der Fall, wie überlastet derzeit die Kundencenter vieler Energiefirmen sind.
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