Di, 25. September 2018

Traum geplatzt

25.08.2011 12:07

Sturm-Graz-Kicker nach CL-Aus bitter enttäuscht

Der Traum von der Champions League ist ausgeträumt, die Realität für Meister Sturm Graz heißt Europa League. Nach der 0:2-Heimniederlage am Mittwoch gegen den weißrussischen Serienmeister BATE Borisow müssen die Grazer nun mit dem "Cup der Verlierer" vorlieb nehmen. Die Enttäuschung bei der Truppe von Coach Franco Foda ist riesengroß, war sie doch nach dem Auswärts-1:1 dem vierten Einzug in die CL-Gruppenphase sehr nahe gewesen.

Die Sturm-Kicker saßen nach dem Schlusspfiff minutenlang enttäuscht am Boden der UPC-Arena und waren sich der Tragweite der Niederlage bewusst. "Die Enttäuschung ist riesig, das war eine einmalige Chance, die wir vielleicht nie wieder bekommen", brachte es Andreas Hölzl auf den Punkt. Besonders bitter ist das Ausscheiden, da die Chancen in 180 Minuten durchaus vorhanden waren.

Im Hinspiel hatte Milan Dudic die Riesenchance auf das 2:0 ausgelassen, am Mittwoch war Hölzl in der neunten Minute nach gutem Beginn der Grazer im Abschluss nicht kaltschnäuzig genug. "Unsere Chancenauswertung war schlecht. Wenn man kein Tor schießt, hat man es nicht verdient, in die Champions League zu kommen", war der Tiroler auch selbstkritisch.

Kienast fehlte an allen Ecken und Enden
Roman Kienast, der sich am Sonntag einen Bruch des Mittelfußknochens zugezogen hatte, fehlte den Steirern in der Offensive an allen Ecken und Enden. "Wenn Roman dabei gewesen wäre, hätten wir es vielleicht geschafft", sagte Szabics. Coach Foda wollte sich auf solche Spekulationen nicht einlassen. "Es macht keinen Sinn, sich auf den Kienast-Ausfall auszureden. Uns hat einfach zu viel gefehlt", betonte der Deutsche.

Imre Szabics ließ nur hin und wieder seine Klasse aufblitzen, der als hängende Spitze aufgebotene Haris Bukva konnte sich genauso wie die Mittelfeld-Außenspieler Hölzl und Patrick Wolf sowie die eingewechselten Mario Haas und Samir Muratovic kaum in Szene setzen. Zudem patzte auch die Defensive zweimal. Beim 0:1 wurde Wolodko nicht attackiert und konnte außerhalb des Strafraums einschießen. Das 0:2 war eine Kopie vom 1:1 im Hinspiel. "Das ist sehr, sehr bitter", meinte Jürgen Säumel.

Säumel spürt Leere in sich
Laut dem Sturm-Rückkehrer werde man erst in den nächsten Tagen so richtig realisieren, welche Chance man ausgelassen hat. "Der Frust ist riesengroß, momentan verspüre ich nur eine Leere. Die Europa League ist zwar auch eine Leistung, aber wenn man so knapp vor der Champions League steht, überwiegt die Enttäuschung", sagte Säumel.

Das sah auch Christian Gratzei so. "Wir hätten über uns hinauswachsen müssen, das ist uns nicht gelungen. Die Europa League ist nur ein kleiner Trostpreis", meinte der Sturm-Goalie. "Im Vorhinein hätten wir es gerne genommen, jetzt ist es aber unheimlich bitter", ergänzte Hölzl.

Die Ausgangssituation für die Grazer im Play-off war vor dem zweiten Spiel so gut wie schon lange nicht mehr für einen ÖFB-Klub gewesen, trotzdem zogen Kapitän Manuel Weber und Co. den Kürzeren. Die "Königsklasse" geht damit zum sechsten Mal in Folge ohne österreichische Beteiligung über die Bühne. Die Steirer ließen nicht nur hohe finanzielle Einnahmen (7,2 Millionen Euro rein an Startgeld) liegen, sondern auch wichtige Zähler für die UEFA-Fünf-Jahres-Wertung, hätte es doch vier Bonuspunkte gegeben.

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