Empörung in der Türkei

„Angriff auf Koran“: Botschafter muss zum Rapport

Ausland
27.01.2023 17:02

In den vergangenen Wochen hatten mehrere islamfeindliche Aktionen in westlichen Ländern Empörung in der Türkei ausgelöst. Als Reaktion darauf wurde am Freitag der dänische Botschafter ins Außenministerium zitiert, weil in Kopenhagen „ein Angriff auf den Koran“ vor der Botschaft der Türkei erlaubt wurde.

Der rechtsextreme Politiker und Provokateur Rasmus Paludan hatte nach seiner Ankündigung in der schwedischen Tageszeitung „Aftonbladet“, von nun an jeden Freitag Exemplare des Korans verbrennen zu wollen, bis Schweden in der NATO sei, Taten folgen lassen.

Koran vor Moschee in Kopenhagen angezündet
Vor einer Moschee im Nordwesten von Kopenhagen zündete er einen Koran an, wie die dänische Nachrichtenagentur Ritzau berichtete. Zuschauer versuchten, ihn während einer Rede mit lauter, arabischer Musik zu stören. Rund 50 Polizeibeamten waren vor Ort.

Menschen vor einer Moschee in Kopenhagen, wo der dänische Rechtsextremist Rasmus Paludan angekündigt hat, eine Kopie des Korans zu verbrennen. (Bild: AFP)
Menschen vor einer Moschee in Kopenhagen, wo der dänische Rechtsextremist Rasmus Paludan angekündigt hat, eine Kopie des Korans zu verbrennen.
Der rechtsextreme Politiker Rasmus Paludan hält eine Kopie des Korans hoch, während er vor einer Moschee in Kopenhagen spricht. (Bild: AFP)
Der rechtsextreme Politiker Rasmus Paludan hält eine Kopie des Korans hoch, während er vor einer Moschee in Kopenhagen spricht.

Der aus Dänemark stammende Paludan besitzt auch die schwedische Staatsbürgerschaft. Anders als in Schweden benötigt er in Dänemark nach „Aftonbladet“-Angaben keine Genehmigung für solche Kundgebungen, er muss sie den Behörden nur 24 Stunden vorher melden. In den vergangenen Wochen hatten mehrere Aktionen in westlichen Ländern Empörung in der Türkei ausgelöst.

Demonstranten verbrennen ein Porträt von Rasmus Paludan, dem Vorsitzenden der dänischen rechtsextremen Partei Hard Line, vor dem schwedischen Generalkonsulat in Istanbul. (Bild: AFP)
Demonstranten verbrennen ein Porträt von Rasmus Paludan, dem Vorsitzenden der dänischen rechtsextremen Partei Hard Line, vor dem schwedischen Generalkonsulat in Istanbul.

In Stockholm etwa hängten Aktivisten eine dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan ähnelnde Puppe an den Füßen auf, in Stockholm verbrannte Paludan den Koran, in den Niederlanden wurde das Heilige Buch des Islam öffentlich zerrissen.

Besonders die Aktion in Schweden hatte die türkische Regierung zum Anlass genommen, ihre Zweifel an der NATO-Norderweiterung um das Land und Finnland erneut zu bekräftigen, allen Distanzierungen der Regierung in Stockholm zum Trotz. Die Türkei und Ungarn sind derzeit die einzigen Mitglieder, die der Erweiterung noch nicht zugestimmt haben.

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