Ständiger Partylärm ließ einen 50-jährigen Steirer ausrasten. „Ich erschieße euch“, drohte er den neben ihm wohnenden Menschen. Deswegen stand er vor dem Strafrichter in Graz.
Am Land verstehen sich die Leute – „von so einer Idylle, vor allem unter Nachbarn, geht man hier aus“, sagt die Verteidigerin des 50-jährigen Steirers, der nun reumütig vor Richter Andreas Rom steht. Doch der Schein trügt: Ständig sei bei den Nachbarn die Post abgegangen, bei offenem Fenster hätte man nicht in den Schlaf finden können, ruhige Abende auf der Terrasse seien ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Kinder und Erwachsene in Angst und Schrecken versetzt
„45 Jahre wohne ich jetzt da. Vor fünf Jahren ging’s mit dem Terror los. Wenn zweimal im Jahr Musik gespielt wird, ist schon die Polizei da. Ich hoffe, damit ist jetzt Ruhe“, beschwert sich eine Zeugin bei Richter Andreas Rom. Unter Gehupe sei der Angeklagte mit seinem Wagen angebraust gekommen. „Ich erschieße euch alle. Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen!“, soll der Mann gewütet haben und nicht nur die Erwachsenen, sondern auch Kinder in Angst und Schrecken versetzt haben.
Was haben Sie jetzt wirklich zu den Leuten gesagt? ,Ich erschieße euch’ oder doch, frei nach Andrea Berg, ,ich schieß dich auf den Mond?’
Richter Andreas Rom
Er selber will sich lediglich an die Worte „Ich schieße euch zum Mond“, erinnern. Etliche Zeugenaussagen widerlegen das aber. „Ihre Wortwahl war nicht die feine Art. Selbstjustiz bringt auch nix, das sehen Sie jetzt ja“, sagt Herr Rat. Das Resultat: Diversion, 2700 Euro Geldbuße, nicht rechtskräftig. Ruhe kehrt jetzt hoffentlich ein, der Angeklagte zieht weg.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.