Portrait

Ein Bregenzer mit vielfältigen Talenten

Vorarlberg
11.12.2022 07:55

Er ist ein Pionier der Augen-Lasertherapie, Opern-Bariton und nunmehr auch Autor eines Dialekt-Gedichtbandes: Dr. Walter Hächl.

„Eine Regel für die grammatikalisch exakte Schreibweise regionaler Dialekte gibt es nicht“, lässt Walter gleich zu Beginn seines Buches wissen. Gottlob nicht, denn Regeln oder Formalismen sind ohnehin nicht seine Sache. Daher heißt der Gedichtband, der ab Freitag im Buchhandel erhältlich ist, passend „Krut und Rüebe“ (Kraut und Rüben). Und selbst darin gibt es noch das Kapitel „Krüz und Quer“. „Ich wollte mich thematisch und auch sprachlich nicht festlegen“, erklärt der Autor, der das Material für sein Buch im Laufe vieler Jahre sammelte. „Kindheitserinnerungen stehen neben amüsanten Erlebnissen, leicht satirische Betrachtungen finden sich neben den einen oder anderen zeitkritischen Zeilen“, beschreibt Hächl seine im Bregenzer Dialekt, gelegentlich auch in Hochdeutsch, stets aber in Reimform geschriebenen Gedichte.

„Krut und Rüebe“ nennt sich der abwechslungsreiche Gedichtband des früheren Augen-Facharztes. (Bild: mathis.studio)
„Krut und Rüebe“ nennt sich der abwechslungsreiche Gedichtband des früheren Augen-Facharztes.

Vielseitigkeit ist überhaupt ein Markenzeichen des gebürtigen Bregenzers. Nach dem Abitur studierte er Medizin, verfolgte aber gleichzeitig am Mozarteum in Salzburg ein Gesangsstudium. „Irgendwann musste ich mich entscheiden und das Singen zog gegenüber der Heilkunde den Kürzeren. Bereut habe ich es nie, konnte ich meine künstlerischen Ambitionen doch auch als Hobby ausleben“, freut sich das auch als Arzt erfolgreiche Multitalent.

30 Jahre ordinierte Hähl als Augenarzt in Bregenz
Als ausgebildeter Allgemeinmediziner und Facharzt für Augenheilkunde war Hächl ein Pionier der „Excimer-Lasertherapie“ und führte die ersten dieser Eingriffe zur Korrektur von Fehlsichtigkeit in Westösterreich durch. Zudem war er Spezialist für Strabismus(Schiel)-Operationen und plastische Lidchirurgie. Bis zu seiner Pensionierung 2010 leitete Hächl fast 30 Jahre seine Praxis als chirurgisch tätiger Augenarzt in Bregenz. Danach hatte er endlich Zeit für seine Leidenschaften Musik und Lyrik: „Ich begann meine Unterlagen durchzuforsten, brachte Struktur in das gesammelte Material. So entstand die Idee für ein Buch.“

Rodla, Dökterles und Halley’scher Komet
Nun liegt das Werk vor und der neben Walter Gasser einzige Bregenzer Dialekt-Dichter berichtet vom „Rodla z’Breagaz„ und von “Früehe Nochkrieagsjohr“, aber auch vom „Turmbau zu Babel“ von „Dökterles“ und sogar vom „Halley„schen Kometen“. „Wenn es meine Gesundheit zulässt, werde ich vielleicht noch ein weiteres Buch schreiben“, scheint der zweifache Vater und vierfache Großvater offenbar Gefallen an der Tätigkeit als Autor gefunden zu haben. Mit Sicherheit wird der 78-jährige passionierte Geiger jedenfalls weiter seinem Hobby als Kammermusiker nachgehen. Schön, wenn man viele Talente hat...

Raimund Jäger
Raimund Jäger
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