Der angekündigte Ausstieg von Oberösterreichs Ärzten aus dem Mutter-Kind-Pass-Vertrag sorgt für Verunsicherung. Zumindest in einer Sache beruhigen aber die Mediziner: Werdende Mütter sollen auch in Zukunft untersucht werden.
Was heißt das, wenn Oberösterreich im Juni 2023 aus dem Mutter-Kind-Pass-Vertrag aussteigt? Das fragen sich seit Dienstag viele Frauen und junge Familien. Denn genau das hat, wie berichtet, die Ärztekammer (ÄK) beschlossen, nachdem das Honorar für die Untersuchungen seit 28 Jahren nicht angehoben wurde.
„Privatärztlich abzurechnen“
Die Untersuchungen werde es auch künftig geben, beruhigt Thomas Fiedler, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte. Aber: „Sie werden dann privatärztlich abzurechnen sein.“ Das heißt, die Patientinnen müssen die Untersuchungen selbst zahlen. Wie hoch die Kosten sind, könne jeder Mediziner selbst entscheiden, sagt Fiedler. Er werde sich aber dafür einsetzen, dass sie „sozial verträglich“ bleiben. Ein Tarifvorschlag der ÄK soll bis Anfang 2023 vorliegen.
Voraussetzung für Betreuungsgeld
Derzeit würden die Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen „zu 99,99 Prozent wahrgenommen“, sagt Fiedler – vor allem auch deswegen, weil sie Voraussetzung für den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes sind. Er befürchte aber, dass viele die so wichtigen Untersuchungen nicht mehr in Anspruch nehmen werden, wenn sie etwas kosten, so der Mediziner.
Gesundheitsministerium am Zug
Um dieses Szenario abzuwenden, müsse das Ärztehonorar für die Mutter-Kind-Pass Untersuchung (derzeit 18,02 Euro) endlich valorisiert und an die zuletzt massiv gestiegenen Leistungen angepasst werden, lautet die Forderung in Richtung Gesundheitsministerium.









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