Grazer Vater kämpft

Viel Ärger und Verzweiflung über Herzlos-Behörde

Steiermark
19.10.2022 07:00

Seit vielen Monaten kämpft ein Grazer Vater darum, dass seine in Vietnam geborenen Kinder mit ihrer Mama nach Graz kommen dürfen. Die „Krone“ hat sie in Hanoi besucht.

Aus dem Herzen der hektischen Acht-Millionen-Metropole Hanoi schlängelt sich unser Chauffeur durch die laute und chaotische Verkehrslawine in Richtung eines ruhigeren Außenbezirks. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir die Wohnanlage inmitten der Hochhäuser. Mit Palmen im Hof, schmuck und gepflegt, im Vergleich zu unseren Wohnverhältnissen gigantisch.

Mit dem kleinen Lucas am Arm und einem freundlichen Lächeln empfängt uns Thu, in ihrer Wohnung treffen wir noch ihre Mama und Lucas‘ Bruder Leon.

Herzig sind sie, diese Kleinen, vergnügt glucksen sie vor sich hin, strahlen, halten uns freundlich ihr Spielzeug entgegen. Ein wenig suspekt sind ihnen die beiden Herren aus Österreich, vor allem jener mit der Kamera. Doch die Skepsis weicht bald.

Ihrer Mama sind die Strapazen der vergangenen Monate anzusehen. Die Verzweiflung, die Aussichtslosigkeit, diese große Angst um ihre Neugeborenen. Die im Dezember viel zu früh auf die Welt gekommen sind, Lucas mit nur 900 Gramm, sein Zwillingsbruder Leon mit 1200. Monatelang hing ihr Leben am seidenen Faden. Mama Thu erzählt: „Jetzt geht es beiden zum Glück einigermaßen gut. Aber nach der Geburt war es sehr schwierig. Lucas war zwei Monate lang im Krankenhaus. Wir mussten ihn, auch danach noch, rund um die Uhr im Auge behalten, da immer die Gefahr bestand, dass er erstickt.“

Das alles mit einem Vater, der eine halbe Welt entfernt in Graz außer sich vor Sorge war - und nicht zu seinen Kindern durfte. Und seine Familie nicht zu ihm. Thu bekam einfach kein Visum. Sie zeigt uns ihren Reisepass, der vollgeklebt und -gestempelt ist mit Visa aus verschiedensten Ländern. Sie war für Beruf und Studium viel unterwegs, „nie hat es ein Problem gegeben“. Außer diesmal, mit den österreichischen Behörden. Ein Kampf der Verzweiflung, seit Monaten.

Letzter Stand: Die Babys dürfen in die Steiermark kommen, die Mutter nicht. Christoph R. in Graz ist verzweifelt: „Meine Freundin Thu ist kein Sozialfall für unser Land - sie hat zwei komplizierte Fachrichtungen studiert, Firmen würden sich um sie reißen. Und sie ist die Mama meiner Kinder - die ich wegen dieser ganzen Vorgaben erst mit vier Monaten zum ersten Mal sehen durfte. Und für die ich als Vater ein Fremder bin. Ich frage mich, wie Behörden mit einem Achselzucken über das Schicksal einer Familie so entscheiden können.“ Das fragt sich nicht nur er.

Das Außenamt hat nun signalisiert, sich einschalten zu wollen.

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