„Jahrhundert-Ereignis“

Hellster Lichtblitz im All fasziniert Astronomen

Wissenschaft
15.10.2022 09:44

Der hellste jemals im All gesichtete Lichtblitz zieht derzeit Astronomen in aller Welt in seinen Bann. Wie der US-Astrophysiker Brendan O‘Connor der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurde durch den Lichtblitz Energie im Umfang von 18 Tera-Elektronvolt freigesetzt - das ist eine 18 mit zwölf Nullen. Der Lichtblitz entstand rund 2,4 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt - vermutlich bei der Entstehung eines Schwarzen Lochs.

Der Lichtblitz war am 9. Oktober erstmals von Weltraumteleskopen eingefangen worden. Er besteht aus Gamma-Strahlen, der intensivsten Form elektromagnetischer Strahlung. Das Nachleuchten des Lichtblitzes wird immer noch von Wissenschaftlern in aller Welt beobachtet.

„Ein Jahrhundert-Ereignis“
Der Lichtblitz aus Gamma-Strahlen habe mehrere hundert Sekunden gedauert, sagte O‘Connor. Er sei wahrscheinlich beim Vergehen riesiger Sterne entstanden, die mehr als 30-mal so groß wie unsere Sonne gewesen seien. Die Sterne explodierten demnach in einer Supernova und kollabierten dann in ein Schwarzes Loch.

Rund um das Schwarze Loch bildete sich dabei ein Ring aus Materie, die absorbiert und dann in Form von Energie wieder hinausgeschleudert wurde. Dabei wird eine Geschwindigkeit von 99,99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit erreicht.

Der Lichtblitz breche alle Rekorde, „sowohl hinsichtlich der Menge von Photonen“, also Lichtteilchen, „als auch der Energie der Photonen, die uns erreicht“, sagte O‘Connor, der das Phänomen mit dem Gemini-Süd-Teleskop in Chile beobachtete. „Etwas so Helles, so nah, ist wirklich ein Jahrhundert-Ereignis.“

Stärkster aller jemals beobachteten Gamma-Strahlen-Lichtblitze
„Der Ausbruch von Gamma-Strahlen setzt im Allgemeinen innerhalb weniger Sekunden die gleiche Menge an Energie frei, die unsere Sonne während ihrer gesamten Lebensdauer produziert“, verdeutlichte O‘Connor die Stärke des Lichtblitzes. Und dieser sei außerdem noch der stärkste aller jemals beobachteten Gamma-Strahlen-Lichtblitze.

Er entstand schätzungsweise vor 1,9 Milliarden Jahren und seine Strahlen erreichten nun nach einer langen Reise durch das All das Blickfeld der Astronomen. Da sich das Universum ausdehnt, liegt sein Entstehungsort nun noch weiter von der Erde entfernt.

O‘Connor und seine Kollegen wollen in den kommenden Wochen das Phänomen, das den Katalagnamen GRB221009A trägt, weiter beobachten, um zu überprüfen, ob ihre These zu dem Lichtblitz richtig ist. Amateur-Astronomen können mit ihren Gerätschaften das Phänomen nicht mehr beobachten, für sie wäre nur der eigentliche Lichtblitz sichtbar gewesen, nicht aber sein Nachleuchten.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).



Kostenlose Spiele