Ein Geistlicher hat während seiner Tätigkeit in einer steirischen Pfarre im Internet Kinderporno-Videos angesehen und verschickt. „Nur aus Neugierde“, wie er sagt. Der Priester fasste eine Geldstrafe und bedingte Haft aus - das Urteil ist nicht rechtskräftig.
„Es ist offensichtlich, dass die Mädchen in diesen Videos unter 14 sind. Und es ist nicht schön zu sehen, wie sie mit Erwachsenen Sex haben und dabei weinen", nahm Richterin Julia Riffel einen 53-jährigen Priester am Freitag am Grazer Straflandesgericht in die Mangel.
Der Gottesmann - er ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert - soll im Internet Kinderpornos angesehen und via Facebook auch verschickt haben. Ermittler kamen ihm dank eines Hinweises des US-amerikanischen Zentrums für vermisste und ausgebeutete Kinder auf die Schliche. Zum Zeitpunkt seiner pornografischen Umtriebe war der aus dem asiatischen Raum stammende Mann in einer steirischen Pfarre in Amt und Würden. Mittlerweile lebt er in einem anderen Bundesland.
„Es tut mir sehr leid“
„Ja, ich habe diese Videos angesehen aber nicht gespeichert“, zeigte sich der Mann teilweise geständig und setzte nach: „Ich bitte um Entschuldigung, es tut mir sehr leid.“
Er habe durch die Videos keine sexuelle Befriedigung erlangt, sondern sie nur „aus Neugier“ angesehen. „Das höre ich oft. Jedes Kind in diesen Videos wird missbraucht und indem Sie das ansehen, fördern Sie das!“, entgegnete die Richterin. „Ich bereue es sehr“, so der Angeklagte - „Das hoffe ich auch. Wie Sie das mit Gott vereinbaren, ist eh Ihre Sache."
Urteil: 960 Euro Geldstrafe und fünf Monate bedingte Haft (nicht rechtskräftig). Zudem erwartet den Priester jetzt noch ein kirchenrechtliches Verfahren. Bis es eine Entscheidung gibt, bleibt er vom Dienst suspendiert.
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