Anrainer verzweifelt

Prozess um Verschub-Lärm in Graz gestartet

Steiermark
07.09.2022 07:00

Am Dienstag fiel am Zivil-Landesgericht in Graz der Startschuss für einen Prozess um massive Lärmbelastung durch den ÖBB-Verschubbahnhof in Gösting. Sieben Anrainer schilderten ihre unerträgliche Situation: Ohrenbetäubendes Quietschen zu jeder Tages- und Nachtzeit, schlaflose Nächte, Verlust an Lebensqualität. 

Seit 2019 leiden Anrainer des ÖBB-Verschubbahnhofs in Graz-Gösting unter ohrenbetäubendem Lärm - wir haben mehrfach berichtet. Nach Einreichen einer Sammelklage startete am Dienstag am Zivil-Landesgericht in Graz der Prozess. Die Kläger werden vom renommierten Rechtsanwalt Georg Eisenberger vertreten.

„Kann nicht ohne Ohropax schlafen“
Sieben Betroffene - die meisten wohnen schon seit Jahrzehnten in der Gegend - schilderten, wie der Lärm ihr Leben beeinträchtigt. „Ich kann seit drei Jahren nicht mehr ohne Schlaftabletten und Ohropax durchschlafen“, beklagt eine Beamtin. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet während dieser Worte ein lautes Bohr-Geräusch von einer Baustellle aus dem Nebenraum im Gericht ertönt. „Das Geräusch zum Beispiel stört mich jetzt gar nicht, es ist vergleichsweise angenehm“, sagt die Grazerin.

„Wache seit 2019 mehrmals in der Nacht auf“
„Es ist ein unerträgliches Quietschen, als würde man mit einem Messer über Porzellan kratzen“, beschreibt indessen ein Pensionist den Verschublärm. Alle Kläger sind sich einig: Ein gewisser Lärm war schon immer da, seit 2019 sei es aber viel schlimmer geworden. „Ich habe trotz Verschublärm immer durchgeschlafen, seit 2019 wache ich aber mehrmals in der Nacht auf“, erzählt ein Anrainer.

Die ÖBB verweisen unter anderem auf geplante Lärmschutzmaßnahmen. Der Prozess dürfte sich noch länger hinziehen, es folgen weitere Verhandlungstermine.

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