„Stunde der Wahrheit“

EVN-Schock: Folgt im April nächster Preishammer?

Durch die Vorziehung der Erhöhungen bei den Strom- und Gastarifen folgt die nächste Index-Anpassung statt im Jänner erst im April - also nach der Landtagswahl. Ein Schelm wohl, wer da einen Zusammenhang sieht ...

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Herbe Kritik an EVN und VP hatte es, wie berichtet, nach Bekanntgabe der Preiserhöhung für Strom und Gas von den anderen Parteien gesetzt. VP-Geschäftsführer Bernhard Ebner wertete das als verfrühten „Wahlkampf“. Allerdings: Die nächste Anpassung der Tarife wirft schon ihre Schatten voraus. Stichtag soll nicht im Jänner sein, sondern am 1. April. „Das ist nicht nur ein schlechter Aprilscherz, sondern ein durchschaubares Manöver“, wettert FP-Chef Udo Landbauer. Im Jänner steht nämlich programmgemäß die Landtagswahl an. „Davor will die VP die Bürger nicht noch mehr verärgern“, so Landbauer. Erst nach dem Urnengang werde die Landsleute wohl der nächste Preishammer treffen.

Schelte für die VP setzt es auch von der SP. „Die Teuerungen schnalzen durch die Decke, und die VP-Mehrheit schweigt dazu“, prangert SP-Energiesprecherin Kathrin Schindele das Schweigen der Landeshauptfrau zum Aufregerthema an. Und während die Sozialdemokraten genüsslich breittreten, dass Strom- und Gaskunden im SP-regierten Burgenland von Preiserhöhungen im Herbst verschon bleiben, vergessen sie glatt, dass im „roten“ Wien ebenfalls an der Preisschraube gedreht wird. Dem hält SP-Landesvize Franz Schnabl jedoch entgegen: „Dort gibt es aber bis zu 1000 Euro Förderung pro Person.“

Als „nicht nachvollziehbar“ sieht Neos-Landessprecherin Indra Collini die angekündigten Tarifanpassungen der EVN. Und Helga Krismer (Grüne) fordert: „Jene müssen unterstützt werden, die keine finanziellen Spielräume haben.“ Also wohl von Tag zu Tag mehr.


Kommentar von NÖ-Ressortleiter Lukas Lusetzky:

Energie: Rasch den Bürgern helfen!

Geschockt waren viele Landsleute, als sie nach der Spritpreiserhöhung zum ersten Mal den Preis für Benzin oder Diesel an der Zapfsäule gesehen haben. Nun der nächste Albtraum: Wer ab September eine Strom- oder Gasrechnung von EVN oder Wien-Energie geschickt bekommt, muss sich auf eine enorme Teuerung einstellen. Die von der Landesregierung beschlossene Unterstützung von elf Cent pro Kilowattstunde verpufft da.

Und was tut sich dazu in den Ländern? In Wien kritisierte die Volkspartei die regierende SP, in unserer Heimat ist es genau umgekehrt. Gerade in Niederösterreich scheinen die massiven Teuerungen Stoff für die Landtagswahl zu werden. Das viel zitierte „Miteinander“ ist da nur noch Schall und Rauch. Die Opposition kritisiert auf Teufel komm raus, die Regierenden verteidigen. Besser für uns Niederösterreicher wäre aber, wenn sich alle Parteien auch während der Ferienzeit zusammensetzen und eine Lösung suchen.

Da reichen die Verstaatlichungsforderungen von SP-Landesvize Franz Schnabl ebenso wenig wie die heftige Kritik von FP-Parteiobmann Udo Landbauer an der „EVN-Preisexplosion, bei der die Volkspartei die Menschen im Stich lässt“. Und von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner reicht es nicht, VP-Parteimanager Bernhard Ebner ausrichten zu lassen, dass der Strompreisrabatt spätestens ab Oktober läuft. Jetzt müssen die Parteien gemeinsam zeigen, dass Länder Probleme besser und rascher lösen können als der Bund!

Christoph Weisgram
Christoph Weisgram
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