Christian L. war in einem „emotionalem Zustand“, als er seine Ehefrau mutmaßlich tötete. Für die Tat ist er aber zurechnungsfähig, erklärte eine Gutachterin der Justiz
Was geht im Kopf eines mutmaßlichen Mörders vor? Diese Frage stellen sich die Strafbehörden nach jedem Mordfall – so auch bei Christian L., der am 13. Mai seine Noch-Ehefrau Sabrina L. (30) in Piesendorf im Streit mit einem Messer getötet haben soll.
Die Anklagebehörde hat dazu eine Expertin der Neuro-Psychiatrie mit einem Gutachten beauftragt: Gabriele Wörgötter untersuchte den Beschuldigten und lieferte ihre Expertise der Staatsanwaltschaft ab. Laut ihrem Gutachten weise die Persönlichkeitsstruktur des Verdächtigen „Auffälligkeiten, wie Stimmungsschwankungen, verminderte Stressbewältigungsstrategien und emotionale Ambivalenzen“ auf, aber eine Persönlichkeitsstörung habe er nicht.
Innerlich zwiegespalten, aber nicht psychisch krank
Heißt: Der Beschuldigte ist innerlich zwiegespalten, aber nicht psychisch krank. Er sei ein emotionaler Typ, der im Verhalten einen „selbst mitleidigen, sein eigenes Verhalten eher bagatellisierenden Eindruck“ hinterlässt. Wie auch beim Geständnis gegenüber der Polizei meinte der Beschuldigte bei der Untersuchung, sich nur „lückenhaft“ an die Tat erinnern zu können.
„Gedemütigt, erpresst und bedroht“
Er sei alkoholisiert und in einem psychischen Ausnahmezustand gewesen. Und im Vorfeld der Tat sei er von seiner Frau „gedemütigt, erpresst und bedroht“ worden, meinte der Gastronom. Sofern dies zutreffe, sei er laut der Expertin „zum Tatzeitpunkt in einem emotional destabilisierten Zustand“ gewesen.
Die Zurechnungsfähigkeit des Beschuldigten sei beeinträchtigt, aber nicht aufgehoben gewesen. Ergo: Christian L. war zur Tatzeit daher zurechnungsfähig. Er konnte von Recht und Unrecht unterscheiden, als er die junge Mutter zu sich in den Gasthof rief.
Danach soll er sie gewürgt und erstochen haben - drei Messerstiche in die Brust, eines sogar in das Herz. Seither ist er wegen Mordverdachts in U-Haft.















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