12.04.2022 09:19 |

Unfälle mit Wildtieren

Täglich sterben etwa 55 Hasen im Straßenverkehr

Der Straßenverkehr ist für Feldhasen und Wildkaninchen ein gefährliches Pflaster. In Österreich werden täglich etwa 55 Hasen niedergefahren und getötet. Zusätzlich verlieren pro Tag ungefähr 137 andere Wildtiere wie Rehe und Füchse ihr Leben. Eine weitere Herausforderung für die Tiere ist der zunehmende Flächenverbrauch, etwa durch Zersiedelung.

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Da sie gerade Paarungszeit haben, sind aktuell viele Hasen unterwegs. Ein Feldhase hat einen durchschnittlichen Aktionsraum von 20 Quadratkilometern. „Österreich wird von mehr als 126.000 Kilometern Straßen durchzogen. Und damit wird der Lebensraum der Hasen und auch vieler anderer Wildtiere zerschnitten. Der Straßenverkehr wird vielen Tieren zum tödlichen Verhängnis“, sagte Verkehrsclub Österreich (VCÖ)- Sprecher Christian Gratzer. Im Bundesländer-Vergleich kamen 2020/21 in Niederösterreich die meisten Hasen ums Leben (8644), gefolgt von Oberösterreich (5329) und dem Burgenland (2768). In Wien starben „nur“ 43 Hasen im Straßenverkehr.

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In den vergangenen zehn Jahren wurde täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut.

Maria Schachinger, Bodenschutz-Sprecherin des WWF Österreich

Mehr Verkehrsflächen
Laut VCÖ und dem World Wide Fund For Nature (WWF), die sich an dieser Stelle auf Daten des Umweltbundesamts beziehen, verbraucht der Verkehr heute um rund 60 Quadratkilometer mehr Fläche als noch vor zehn Jahren. Das entspricht der gesamten Fläche der Stadt Salzburg. Um den Lebensraum der Wildtiere zu erhalten, sind laut den beiden Organisationen eine Reduktion des Flächenverbrauchs sowie ein Stopp der Zersiedelung nötig. „In den vergangenen zehn Jahren wurde täglich eine Fläche von drei Fußballfeldern für Verkehr verbaut. Wir brauchen daher auch bei großen Verkehrsprojekten ein Umdenken“, fordert Maria Schachinger, Bodenschutz-Sprecherin des WWF Österreich.

Ein österreichweiter Bodenschutzvertrag soll den massiven Flächenverbrauch, etwa durch Zersiedelung, verbindlich in die Schranken weisen. Derzeit würden Supermärkte, Betriebsanlagen oder Wohnsiedlungen außerhalb der Ortsgebiete enorme Flächen für Zufahrtsstraßen oder Parkplätze in Anspruch nehmen. Daher sollten die Ortskerne und die Nahversorgung gestärkt werden. Zudem brauche es eine Naturschutz-Offensive.

„Generationengerechtigkeit“
„Wir brauchen einen sorgsameren Umgang mit der Natur. Es ist auch eine Frage der Generationengerechtigkeit. Was heute verbaut wird, steht unseren Kindern und den nachfolgenden Generationen nicht mehr als Naturraum zur Verfügung“, schließt VCÖ-Sprecher Gratzer. 

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