12.04.2022 06:00 |

Gesetzesnovelle kommt

Aufreger Rad: Neuer Konflikt mit Autofahrern droht

Wirbel im Vorfeld einer Gesetzesnovelle im Straßenverkehr: Die Expertenmeinungen gehen weit auseinander - ein neuer Konflikt mit Autofahrern droht ...

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Das nächste Kapitel im ewigen Streit zwischen Autofahrern und Pedalrittern steht wohl vor der Tür - Hintergrund: aktuell laufende Diskussionen über die Novellierung der Straßenverkehrsordnung von Vorarlberg bis Burgenland.

Radeln gegen die Einbahn automatisch erlaubt
Ein Eckpfeiler ist dabei, dass Radfahren gegen die Einbahn künftig automatisch erlaubt sein soll. Die Straße muss dafür lediglich mindestens 3,5 Meter breit sein, und es darf maximal 30 km/h gefahren werden. ÖAMTC-Verkehrsjurist Matthias Wolf warnt eindringlich: „Über Nacht entstünden gänzlich neue Vorrang- und Gegenverkehrssituationen, Tausende Verkehrszeichen würden ungültig werden und auch zahlreiche Parkplätze gestrichen.“

„Selbstgefährdung für Radfahrer“
Auch die Gefahr von Frontalunfällen sei dadurch deutlich erhöht. Quasi-Verkehrsstillstand würde eintreten, wenn für das Passieren von Radfahrern Mindestabstände innerorts von eineinhalb Metern seitlich bzw. über Land von zwei Metern erforderlich wären - das würde de facto ein „Überholverbot“ bedeuten. Ebenso sollen Pedalritter künftig nebeneinander fahren können - außer auf Vorrang- und Schienenstraßen. Des Weiteren sollen Hobbysportler bei Rot in eine Kreuzung radeln dürfen. Wolf: „eine Selbstgefährdung für Radfahrer“.

Zitat Icon

Gegen die Einbahn zu fahren mit dem Fahrrad ist bei den dann gegebenen Voraussetzungen oft sicherer, da ein direkter Blickkontakt mit dem Autolenker möglich ist.

Klaus Robatsch, Leiter Verkehrssicherheitsforschung

Klaus Robatsch, Leiter der Verkehrssicherheitsforschung im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), hat eine andere Sicht auf die Dinge: „Das Radfahren gegen die Einbahn ist sicher, da ein Sichtkontakt zwischen Radfahrer und Autolenker besteht.“ Auch die erweiterten Abstandsregeln beim Überholen von Radfahrern machen für Robatsch Sinn: „Wir begrüßen das. Es ist auch in Deutschland eingeführt worden und hat zur Folge, dass nur dort überholt wird, wo es auch wirklich sicher ist.“

Einfahrt bei Rotlicht - mit Einschränkungen
Ebenso ist das Einfahren bei einer roten Ampel für den Sicherheitsexperten einen Versuch wert: „Aber nur dort, wo keine Fußgänger queren und andere Einsatzkriterien wie etwa Fernsicht gegeben sind.“

Matthias Lassnig
Matthias Lassnig
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Freitag, 20. Mai 2022
Wetter Symbol
(Bild: Krone KREATIV, stock.adobe.com)