Vor ÖFB gegen Wales

Rückkehrer Schlager: „Müssen tut man nur sterben“

Xaver Schlager ist vor allem dankbar. Der Fußball-Nationalspieler ist nach seinem im August erlittenen Kreuzbandriss rechtzeitig vor dem WM-Play-off in Wales wieder fit geworden. Vor einem Monat gab der 24-Jährige sein Comeback für den VfL Wolfsburg. Ob er am Donnerstag (20.45 Uhr/live sportkrone.at) in Cardiff bereits für 90 oder 120 schwere Minuten bereit ist, wird sich weisen. Bedarf würde im ÖFB-Mittelfeld angesichts des Ausfalles von Stammkraft Florian Grillitsch herrschen. Ob Österreich bei der WM dabei sein muss? „Müssen tut man nur sterben", so Schlager.

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Druck will sich der St. Valentiner nicht machen. Ob man mit der aktuellen Qualität und in der Play-off-Konstellation bei einer WM dabei sein müsse? Schlager: „Wir sollten einmal das Müssen wegtun. Müssen tut man nur sterben.“ Man könne höchstens von Können oder Sollen sprechen. „Portugal oder Italien müssten auch dabei sein, es ist aber nicht der Fall.“ Spätestens im Play-off-Finale nächsten Dienstag ist für eines der beiden in einen Pfad gelosten Schwergewichte Endstation.

„Jedes Training und jedes Spiel, das ich mehr mache, ist ein Bonus“, erklärte Schlager am Dienstag im ÖFB-Teamcamp in Wien. „Es hätte auch anders laufen können, dass ich vielleicht gar nicht mehr hätte spielen können.“ Er hätte nach der schweren Knieverletzung zwar positiv nach vorne geschaut. „Man kann sich aber nie sicher sein im Leben. Jede Verletzung ist unterschiedlich, jeder Körper reagiert anders.“

Schlager kann „Vollgas geben“
Schlager absolvierte Ende Februar nach ziemlich genau einem halben Jahr sein erstes Pflichtspiel. Seither hat er für Wolfsburg vier Ligapartien bestritten, die letzten drei in der Startformation - aber nie über 90 Minuten. „Mir geht es körperlich sehr gut, ich habe keine großen Probleme“, sagte der Mittelfeldmann. „Das Knie ist stabil. Das ist das Wichtigste, dass ich Vollgas geben kann.“

Er habe keine Schmerzen, das Knie zeige mitunter aber noch Reaktionen. Vergangene Woche habe sich Flüssigkeit im Gelenk gesammelt, nachdem er im Spiel mehrmals auf die Kniescheibe gefallen war. „Das sind Kleinigkeiten, die oft vergessen werden. Bis das Knie wieder so vollständig intakt ist, wie es war, dauert es noch“, erklärte Schlager. „Im Moment schaut es aber sehr, sehr gut aus.“

„Froh wieder Fußballspielen zu können“
Die Reha-Phase sei „keine schreckliche Zeit“ gewesen. Er habe die Möglichkeit gehabt, andere Dinge auszuprobieren. In erster Linie sei es aber wichtig gewesen, sich die Möglichkeit zu erarbeiten, zurückzukommen. „Ich bin einfach froh, dass ich wieder Fußball spielen kann - wenn man etwas so lange nicht machen konnte, das man gerne macht.“

Schlager will daher nichts überstürzen. Er freue sich über das Vertrauen in Wolfsburg und von ÖFB-Teamchef Franco Foda. „Trotzdem muss man aufpassen, man darf nicht übertreiben. Es ist ein schmaler Grat, dass das Knie auch nicht überreagiert und zu viel belastet wird.“ Auch in der Reha habe er oft geduldig sein müssen. „Da muss man die richtige Balance finden, das ist nicht immer so einfach.“

WM-Teilnahme „eine einmalige Chance“
Bei der EM im Vorjahr war Schlager ein wichtiger Faktor. „Mich freut es, dass ich rechtzeitig fit geworden bin. Ob es jetzt für 90 oder 120 Minuten reicht, weiß ich nicht“, sagte der 24-fache Internationale, der wie Stefan Lainer und Sasa Kalajdzic nach langer Verletzung ins ÖFB-Team zurückgekehrt ist. Dafür gebe es aber auch die Möglichkeit von Wechseln.

Eine mögliche WM-Teilnahme sei „eine einmalige Chance“ - auch für ihn. „Ich glaube, jeder weiß, worum es geht. Man merkt, dass die Anspannung da ist, dass sich jeder freut auf die Partie“, erklärte Schlager am Vortag des Abfluges nach Cardiff. „Dass es nicht einfach ist, ist logisch. In einem Spiel kann viel passieren. Wir werden bereit sein und versuchen, das zu gewinnen.“

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