05.02.2022 06:00 |

Muslime gegen Kogler

„Gegen das Bedienen von gezüchteten Ressentiments“

Türkis und Grün fixierten in einem geheimen Nebenabkommen einen Passus zum Kopftuchverbot für Lehrerinnen. Auch die Muslime sind empört und kritisieren Vizekanzler Werner Kogler. Gerade die Grünen sollten sich deutlich von derartigem Populismus distanzieren.

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Ein Nullum. Selten gehörtes Wort. Werner Kogler, Chef der Grünen, gebrauchte es neulich in Zusammenhang mit dem heftig kritisierten Sideletter. Nullum steht für nichts. Also egal. Bezogen war es auf einen Passus um ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen. Dieses, so Kogler, hätte der VfGH ohnehin aufgehoben. Die Empörung vor allem bei der grünen Basis war dennoch groß.

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Es muss Schluss sein mit populistischer Politik auf den Köpfen der Muslime.

Tarafa Baghajati, Obmann der IMÖ

Forderung: Kogler muss Position beziehen
Nun melden sich auch Muslime zu Wort. „Wir fordern Kogler und die Grünen, die stets gegen Diskriminierung und für Minderheitenrechte eingetreten sind, auf, ein für alle Mal klar Position gegen jegliche Kopftuchfantasien zu beziehen“, sagt Tarafa Baghajati, Obmann der Initiative Muslimischer Österreicher/innen (IMÖ). Die Grünen würden dem türkisen Populismus ansonsten in die Hände spielen. Baghajati warnt vor dem Bedienen von „gezüchteten Ressentiments“.

Viele Musliminnne verunsichert
Viele besorgte Musliminnen würden sich melden und fragen, ob sie wieder mit politischen Versuchen der Installierung von Kopftuchverboten konfrontiert würden. „Muslimische Frauen dürfen nie wieder Spielball in politischen Verhandlungen sein.“

Erich Vogl
Erich Vogl
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Dienstag, 24. Mai 2022
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