Sa, 22. September 2018

Brisante Inserate

10.05.2011 16:52

VP-Mandatar Kasic: "Habe nichts Unrechtes getan"

Alles auf den Tisch legen, klar Stellung nehmen: Das hatte die Wirtschaftskammer von ihrem Funktionär Wolfgang Kasic, der gleichzeitig auch ÖVP-Landtagsabgeordneter ist, verlangt. Die Vorwürfe wiegen schwer - der Chefverhandler des Glücksspielgesetzes, habe sich als Herausgeber einer Bezirkspostille vom Automatenriesen Novomatic sponsern lassen. Via "Krone" geht der schwer unter Beschuss Geratene jetzt tatsächlich in die Offensive: "Ich will und werde kämpfen, weil ich mir nichts zuschulden habe kommen lassen!"

Belegen soll das ein ganzer Berg an Akten. Die schiefe Optik aber bleibt. Tatsächlich erschienen mehrere Novomatic-Inserate in der Höhe von 60.000 Euro in Kasics-Journal. Eine fatale Optik, die der Beschuldigte auch zugibt - "schmieren", wie das Grüne oder Kommunisten unterschwellig behauptet hatten, habe er sich aber sicher nicht lassen.

"Ich bin doch kein Ernst Strasser", leitet der schwer angegriffene Politiker und Wirtschaftskammerfunktionär das Gespräch mit der "Krone" ein. Indem er nach langem Schweigen an die Öffentlichkeit geht, erfüllt er eine Forderung des Wirtschaftskammerpräsidenten Josef Herk. Der hatte verlangt, Kasic müsse sich bis Mittwoch erklären…

Der Fall Novomatic
"Wie auch andere Zeitungen habe ich als Unternehmer Inserate von Novomatic angenommen. Doch das hat mich in keinster Weise in meiner Arbeit als Vorsitzender des Glücksspielausschusses beeinflusst. Der Konzern hat auch niemals um Intervention gebeten", poltert Kasic, der vor einem Aktenberg sitzt. Darin: E-Mails, Gesprächsnotizen, Gesetzesanträge. "Ich bin ein Papiermensch!" Was er damit sagen will: Nichts kommt weg, schon gar kein Gutachten, wie dies zuletzt kolportiert wurde.

Der Lobbyist
Ja, er sei Lobbyist, sagt der Frohnleitner - wenn man damit jemanden meine, der für die Interessen der Wirtschaft eintrete. "Aber ich habe im Landtag sogar offiziell gegen den Glücksspielriesen Stellung bezogen, gegen eine 'Lex (Gesetz) Novomatic' gewettert." Steno-Mitschriften dienen als Beweis. Nachsatz: "Nur, warum soll man Zocken verbieten, solange es legal ist?"

Der Kämpfer
Dass ihm die Angriffe zusetzen, sieht man Kasic an. Aber er will kämpfen, "weil auch mein Sohn gesagt hat, ein Rücktritt sei ein Schuldeingeständnis". Dabei habe er sich nichts vorzuwerfen...

Mag sein, dass rechtlich alles in Ordnung ist. Was bleibt, ist ein schaler Beigeschmack. Und die berechtigte Oppositions-Forderung nach einem Untersuchungs-Ausschuss.

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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