Mi, 15. August 2018

"Üppige" Blondine

06.05.2011 11:11

Krankenschwester von Gadafi bittet Oslo um Asyl

Nach ihrer Flucht aus Libyen und einem kurzen Aufenthalt in ihrer Heimat hat die ukrainische Haupt-Krankenschwester von Muammar al-Gadafi um politisches Asyl in Norwegen angesucht. Galina Kolotnizka, von US-Diplomaten als üppig und blond beschrieben, habe einen entsprechenden Antrag eingereicht, teilte ein Sprecher der Sicherheitsbehörde PST am Donnerstag mit. Demnach hält sich die 38-Jährige bereits in dem skandinavischen Land auf, nachdem sie in der Ukraine ständig von den Medien belagert worden war.

Bekannt wurde Kolotnizka durch die von der Enthüllungsplattform WikiLeaks veröffentlichten Depeschen von US-Diplomaten aus Tripolis, die berichteten, dass Gadafi niemals ohne seine "üppige, blonde Krankenschwester" reise. Insgesamt soll er regelmäßig von mehreren ukrainischen Krankenschwestern umgeben gewesen sein.

Neun Jahre lang in Tripolis
Kolotnizka hatte vor neun Jahren einen Job in einem libyschen Krankenhaus angenommen, später kümmerte sie sich exklusiv um Gadafis gesundheitliches Wohl. Im Februar flüchtete die Frau, die eine Tochter hat, vor der Gewalt in Libyen in ihre ukrainische Heimat. Dort wurde ihre Wohnung unweit von Kiew von den Medien so lange belagert, bis sie nach Informationen der russischen Nachrichtenagentur Interfax erneut umzog.

Kolotnyzkas Tochter hatte zuvor den Journalisten erklärt, ihre Mutter sei müde. "Lasst ihr etwas Zeit zum Erholen", bat Tetjana Kolotnyzka. Die Mutter Irina Kolotnyzka sagte der ukrainischen Zeitung "Komsomolskaja Prawda", dass die Krankenschwester nicht nach Libyen zurückkehren werde. Den Journalisten warf sie vor, ihre Tochter als "irgendeine Art von Liebhaberin Gadafis" dargestellt zu haben. "Geht zur Hölle!", rief sie dem Bericht zufolge den Reportern zu.

Wie die Osloer Zeitung "Dagbladet" und andere Medien am Freitag berichteten, hält sich Galina Kolotnizka nun in einem Flüchtlingszentrum nahe der norwegischen Hauptstadt auf. Ein Sprecher der norwegischen Einwanderungsbehörde UDI lehnte einen Kommentar mit dem Hinweis ab, dass Asylangelegenheiten vertraulich behandelt würden.

Teure Geschenke für harte Arbeit
Gadafi ließ sich gerne von ukrainischen Krankenschwestern pflegen, die rund um die Uhr arbeiten mussten, dafür aber reich beschenkt wurden, erzählte bereits Anfang April Oksana Balinskaja, ebenfalls Krankenschwester aus der Ukraine, der Moskauer Zeitung "Komsomolskaja Gaseta". Nach ihren Angaben hängen einige noch immer an ihrem "Papa", wie sie ihn nannten.

"Jedes Jahr am 1. September, dem Jahrestag seines Amtsantritts, bekam jeder Mitarbeiter in der Residenz eine goldene italienische Uhr mit seinem Bild geschenkt", so Balinskaja. Insgesamt hätten sechs Ukrainerinnen für Gadafi gearbeitet, erzählte die Frau, die Ende März in ihre Heimat zurückkehrte. "Wir konnten uns nicht beschweren."

Demnach nahm der für seine extravaganten Auftritte bekannte Machthaber auf Reisen nicht nur seine persönliche Entourage mit. "Bei jeder Reise sind noch zwei weitere Maschinen dabei - eine mit allen möglichen Dingen, die andere mit Autos", schilderte Balinskaja, die zwei Jahre lang für Gadafi arbeitete. "Als wir in New York ankamen, hat 'Papa' angeordnet, uns Geld zu geben, damit wir durch die Boutiquen ziehen konnten."

"Papa" liebt die italienische Küche
Berichte über Herzprobleme Gadafis wies die Ukrainerin zurück. "Trotz seines Alters erfreut sich Gadafi bester Gesundheit", sagte Balinskaja. "Er mag Couscous, serviert mit Kamel- oder Lammfleisch. Wie alle Libyer mag er italienische Küche, vor allem Pasta."

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