10.01.2022 12:00 |

Wegen Chipmangel

Canon kann keine „Original“-Toner mehr anbieten

Bei Verbrauchsmaterialien sind Drucker heikel: Wer keine offiziellen Toner oder Tintenpatronen des Herstellers nutzt, kriegt häufig Fehlermeldungen und Warnhinweise zu sehen. Bei Canon passiert das neuerdings aber auch bei Original-Tonern des Herstellers: Aufgrund des chronischen globalen Halbleitermangels bekommt Canon nicht genug sogenannte DRM-Chips, mit denen die eigenen Toner dem Drucker ihre Echtheit nachweisen. Der Nachschub sei trotzdem gesichert, betont Canon.

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Das zwingt den sonst so auf die Nutzung der eigenen Toner bedachten Hersteller in die Bredouille: Er musste damit beginnen, sogenannte „Interim-Toner“ auszuliefern - und auf seiner Website eine Anleitung veröffentlichen. Weil „bestimmte elektronische Komponenten“ fehlen, heißt es dort, werde man beim Einbau der „Interim-Toner“ von einer Fehlermeldung begrüßt.

„Keine negativen Auswirkungen auf Druckqualität“
Der Drucker spricht dann von einer Störung oder einem Fremdprodukt. Das sei aber kein Problem, heißt es in der Canon-Anleitung dazu. Es seien „keine negativen Auswirkungen auf die Druckqualität“ zu befürchten, man könne mit den „Interim-Tonern“ normal drucken. Nur bei der Füllstandsanzeige, die ebenfalls an den DRM-Chip gekoppelt ist, gibt es Probleme.

Pikanterweise wird von den Druckerherstellern gerade dieses Argument - dass Fremdtoner schlechtere Ergebnisse produzieren - gern verwendet, um den Nutzern die Verwendung vom Dritthersteller-Tonern auszureden, hebt das IT-Portal Golem.de hervor. Stammen die vermeintlichen Fremd-Toner vom Hersteller selbst, sind die Warnhinweise aber offenbar obsolet.

Canon: Versorgung gesichert, „temporäre Maßnahme“
Canon Österreich betont in einer Stellungnahme gegenüber krone.at, dass man die Lieferkette permanent überwache und bei Engpässen nötigenfalls Anpassungen am Produkt-Design vornehme. Im konkreten Fall sei ein „limitiertes Sortiment an Laser-Multifunktionsgeräten für den Business-Bereich“ betroffen.

Der Chip melde den Tonerstand und diene der automatischen Nachbestellung des Toners, der „üblicherweise in den Verträgen inkludiert“ sei. Laut Hersteller herrsche kein Mangel an Original-Tonern, der Verzicht auf den Chip sei eine temporäre Maßnahme, bis die Versorgung mit den DRM-Chips wieder sichergestellt ist.

Verkauft werden die „Interim-Toner“ laut Golem.de übrigens zum gleichen Preis, den Canon sonst auch für mit DRM-Chip ausgestattete Original-Toner verlangt ...

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