Jagd-Drama in Perg

Schwer verletztes Wildschwein attackierte Bauer

Aufsehenerregendes Jagd-Drama in Allerheiligen im oberösterreichischen Bezirk Perg: Eine angeschossene Wildsau konnte nicht gefunden und erlegt werden. Das schwer verletzte Tier griff später einen Bauern an. Die Jäger sehen keine Schuld.

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„Wie ich erst jetzt erfahren habe, wurden bei einer Drückjagd am 8. Dezember in Allerheiligen im Mühlkreis einem Wildschwein beide vorderen Füße, die sogenannten Hämmer, abgeschossen. Das schwer verletzte Tier wurde ohne gesetzlich verpflichtende Nachsuche vom Jagdausübungsberechtigten dem Leiden überlassen. Ein Landwirt kam vor Weihnachten bei einem Waldrundgang in die Nähe des Tieres und wurde angegriffen. Durch die Verletzungen des Wildes bestand keine große Gefahr.“ Mit dieser E-Mail wandte sich ein Leser an die „Krone“.

Spur des Wildschweins verloren
Der oberösterreichische Landesjagdverbandsgeschäftsführer Christopher Böck verwies bei unserer Anfrage auf den Perger Bezirksjägermeister Ulf Krückl, der laut eigener Aussage von den Vorwürfen noch nichts wusste, sich aber bei den Betreffenden schlau machte und dann wie folgt dazu Stellung nahm: „Bei der Treibjagd ging es um vier Wildsauen. Drei davon wurden sofort erlegt. Die vierte war angeschweißt, also angeschossen, und flüchtete. Die Jäger haben sie mit Drahthaarhunden und Jagdterriern zwei Stunden lang gesucht. Aber die Hunde haben die Spur verloren, das Wildschwein dürfte durch einen Bach gegangen sein.“

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Wildschweine sind hochintelligente Tiere, wahrscheinlich das intelligenteste Wild nach dem Wolf. Die Landwirtschaft ist sehr dahinter, dass sie beim Auftauchen geschossen werden.

Ulf Krückl ist der Bezirksjägermeister im Bezirk Perg

Das Jagdschutzorgan habe am nächsten Tag nochmals nach der Sau gesucht, aber erneut vergebens. Erst fünf Tage später wurde tatsächlich ein Landwirt, der sich einen Christbaum schneiden wollte, von dem schwer verletzten Tier angegriffen. Der Landwirt alarmierte die Jäger, die buchstäblich arme Sau wurde dann „von ihrem Leiden“ erlöst, so Krückl. Er schließt aber dezidiert aus, dass unsachgemäß gehandelt worden sei: „Das war Pech, aber kein Fehler.“

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