03.01.2022 10:35 |

Zwist in den USA

Airlines und Mobilfunker ringen um 5G-Frequenzen

Der Streit zwischen US-amerikanischen Fluggesellschaften und Mobilfunkern um 5G-Mobilfunk am sogenannten „C-Band“ spitzt sich zu. Wegen ungeklärter Fragen hinsichtlich einer möglichen Gefahr für die Luftfahrt stemmen sich große Airlines vehement gegen die Freischaltung weiterer Frequenzen für 5G-Mobilfunk. Die Mobilfunker halten dagegen, dass ein Aufschub der Frequenzfreigabe angesichts scharfem Wettbewerb ein „unverantwortlicher Verzicht“ wäre.

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Die US-Regierung dachte zuletzt über eine geringfügige Verzögerung bei der Freigabe weiterer 5G-Frequenzen nach. Verkehrsminister Pete Buttigieg und der Leiter der Luftfahrtbehörde FAA, Steve Dickson, appellierten an die Netzwerkbetreiber AT&T und Verizon, die für den 5. Jänner geplante Einführung um maximal zwei Wochen zu verschieben.

Zudem solle die Einführung des sogenannten C-Bandes - also ein bestimmter Frequenzbereich - rund um wichtige Flughäfen noch bis Ende März eingeschränkt werden, um an den Airports genügend Zeit für nötige Tests und Upgrades zu haben.

Buttigieg und Dickson schrieben, ohne eine Verzögerung drohten insbesondere bei schlechtem Wetter und schlechten Sichtverhältnissen „weitreichende und inakzeptable Unterbrechungen“ des Luftverkehrs. Diese könnten zur Umleitung und zur Streichung zahlreicher Flügen führen und rasch Auswirkungen auf den gesamten Luftverkehr haben, warnten sie.

Mobilfunker wollen nicht länger warten
Die großen US-Mobilfunker AT&T und Verizon wollen allerdings trotz der Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit am Zeitplan für die Einführung neuer 5G-Dienste festhalten. Sie lehnten größere Einschränkungen bei der vorgesehenen Nutzung des C-Bands ab, hieß es in einem Schreiben der beiden Konzerne.

Es würde sich um „einen unverantwortlichen Verzicht“ handeln, begründeten die Telekomfirmen ihre Haltung mit Blick auf den scharfen internationalen Wettbewerb. Sie seien allerdings bereit, auf 5G rund um Flughäfen weitere sechs Monate zu verzichten.

Luftfahrtbehörde fordert weitere Prüfung
Die Luftfahrtbehörde FAA befürchtet, die 5G-Technik könnte zu Interferenzen mit bestimmter Flugzeugelektronik führen. Insbesondere müssten die Auswirkungen auf Funkhöhenmesser der Flugzeuge geprüft werden, hatte die FAA etwa kurz vor Weihnachten erklärt.

Der Grund ist, dass die Funkfrequenzen, die in den USA für 5G genutzt werden sollen, recht nahe an jenen liegen, die auch für die Höhenmesser der Flugzeuge eingesetzt werden. Die Telekommunikationskonzerne habe die Rechte zur Nutzung der Funkfrequenzen für viele Milliarden US-Dollar erworben und setzen auf eine schnelle Inbetriebnahme.

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