28.12.2021 10:59 |

China rügt SpaceX

Himmelspalast kollidierte fast mit Starlink-Knoten

Die chinesische Regierung hat beim Büro der Vereinten Nationen für Weltraumfragen eine Beschwerde über Elon Musks Internetsatelliten-Netzwerk Starlink eingereicht. Chinas neue Raumstation Tiangong („Himmelspalast“) habe im vergangenen Jahr zweimal Ausweichmanöver einleiten müssen, um Kollisionen mit SpaceX-Satelliten zu verhindern.

In der Beschwerde, aus der unter anderem die britische BBC zitiert, berichtet Chinas Regierung von zwei „nahen Begegnungen“ der Raumstation Tiangong mit Satelliten des Starlink-Netzwerks. Um eine Kollision zu vermeiden, musste der Himmelspalast Ausweichmanöver einleiten.

Die Vorfälle hätten sich am 1. Juli und 21. Oktober ereignet, heißt es in der Beschwerde. Eine unabhängige Prüfung steht noch aus. Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, fordert von den USA - dort hat SpaceX seinen Firmensitz - verantwortungsvolles Handeln im Weltraum.

SpaceX erntete Shitstorm aus China
Von SpaceX wurde die Beschwerde noch nicht kommentiert. Das Raumfahrtunternehmen des US-Starunternehmers Elon Musk zog sich aber prompt einen Shitstorm in den chinesischen sozialen Netzwerken zu. Am Twitter-Pendant Weibo polterten Nutzer, bei Starlink handle es sich um „amerikanische Waffen für den Weltraumkrieg“.

Zitat Icon

Musk ist eine neuartige Waffe, die von der US-Regierung und dem Militär geschaffen wurde.

Zorniger Weibo-Nutzer

Ein Nutzer mutmaßte: „Musk ist eine neuartige Waffe, die von der US-Regierung und dem Militär geschaffen wurde.“ Ein weiterer warnt, dass die Risiken von Starlink erst nach und nach offensichtlich würden und am Ende die ganze Menschheit für die Geschäftsidee im Orbit zahlen werde.

Bereits 1900 Starlink-Satelliten im Orbit
Musks Starlink-Netzwerk besteht aktuell aus fast 1900 Satelliten, im Endausbau sollen noch Tausende weitere hinzukommen. Wissenschaftler warnten ob der hohen Zahl an Starlink-Knoten bereits vor einigen Monaten vor einem wachsenden Kollisionsrisiko in der Erdumlaufbahn.

Laut einer Studie der Universität Southampton kommt es mittlerweile wöchentlich zu 3000 sogenannten Close Encounters (nahe Begegnungen), an der Hälfte davon seien Starlink-Satelliten beteiligt. In so einem Fall leiten Satelliten oder eben Raumstationen vorsorglich Ausweichmanöver ein.

Auch Rivale OneWeb klagte über SpaceX
SpaceX hat sich auch von anderen privaten Raumfahrtfirmen bereits Kritik zugezogen. Im Frühling klagte die Satellitenfirma OneWeb des britischen Unternehmers Richard Branson bereits über Beinahe-Kollisionen der eigenen Internetsatelliten mit jenen des US-Rivalen.

ESA warnt vor „untragbarer Entwicklung“
Dass es bei rund 30.000 Satelliten und anderen menschengemachten Objekten im Orbit eng wird, zeigte vor einigen Wochen auch die europäische Raumfahrtagentur ESA auf. Sie warnte in ihrem Space Environment Report 2021 vor einer „untragbaren“ Entwicklung, sollten weiterhin derartige Mengen an Satelliten gestartet werden.

Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 17. Jänner 2022
Wetter Symbol