26.12.2021 07:26 |

Explosion nach Messe

Kongo: Mehrere Tote bei Selbstmordanschlag

Ein Selbstmordattentäter hat im Osten der Demokratischen Republik Kongo am Samstag mindestens fünf Menschen getötet. Das Militär in der Provinz Nord-Kivu erklärte, Sicherheitsleute hätten den Attentäter am Zutritt zu einer voll besetzten Bar in der Stadt Beni, in der Menschen Weihnachten feierten, gehindert. Daraufhin habe er sich am Eingang in die Luft gesprengt. Die Zahl von insgesamt sechs Toten sei noch vorläufig, es würden 13 Verletzte im Krankenhaus behandelt.

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Der Anschlag ereignete sich nach der katholischen Christtagsmesse: Mehr als 30 Gäste hatten nach Angaben von Zeugen in dem Nachtlokal Weihnachten gefeiert, als die Bombe detonierte. Die Behörden machten die islamistische Miliz Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) für den Angriff verantwortlich. Kurz nach der Explosion rief das Militär die Bewohner der Stadt auf, zu ihrer eigenen Sicherheit in ihre Häuser zurückzukehren. 

Zwei Kinder getötet
Auf Videos im Internet waren Menschen zu sehen, die zwischen zerfetzten Stühlen und Tischen am Boden lagen. Flaschen und Gläsern lagen verstreut herum. Aus Kreisen der örtlichen Verwaltung erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, dass sich unter den Toten zwei Kinder sowie die stellvertretenden Bürgermeister zweier Gemeinden befinden sollen.

Radikalislamistische Rebellengruppe wohl verantwortlich
Beni liegt im Norden des zentralafrikanischen Staats in einer Region, in der Sicherheitskräfte der Demokratischen Republik Kongo und des Nachbarlandes Uganda gegen die mit dem Islamischen Staat (IS) verbundene Rebellengruppe ADF (Allied Democratic Forces) vorgehen. Die seit den 1990er-Jahren in der Region aktive ADF soll nach UN-Angaben seit Beginn des Jahres mehr als 200 Menschen getötet und 40.000 in die Flucht vertrieben haben. 2020 soll sie für den Tod von etwa 850 Menschen verantwortlich gewesen sein.

Im Juni Anschlag in einer Kirche
Ende Juni waren in Beni bei der Explosion eines selbst gebauten Sprengsatzes in einer katholischen Kirche zwei Frauen verletzt worden. Am Tag zuvor war eine Bombe nahe einer Tankstelle detoniert. Die Behörden machten damals die Dschihadisten-Miliz ADF für die Angriffe verantwortlich. In der von Gewalt geplagten Krisenprovinz Nord-Kivu sind aber mehrere Rebellengruppen aktiv.

Die Vereinten Nationen sind seit 1999 in der Demokratischen Republik Kongo mit der Blauhelm-Mission MONUSCO vertreten. Mit 16.500 Einsatzkräften zählt MONUSCO zu den größten UNO-Friedenseinheiten.

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