Schweres ÖSV-Debakel

Oh Madonna! „So kann es nicht weitergehen“

Wintersport
23.12.2021 05:50

Verrückt! Frankreichs Überflieger Clement Noël war gestern in Madonna nur noch wenige Meter von einem überlegenen Sieg entfernt - doch der Franzose schied beim letzten (!) Tor aus. So feierte Norwegens Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag seinen zweiten Weltcup-Erfolg. Für Österreich ging fast alles in die Hose.

Das letzte Rennen vor Weihnachten stand für unsere Ski-Herren unter keinem guten Stern. Vizeweltmeister Adrian Pertl (Kreuzbandriss) fällt sowieso die gesamte Saison aus, Christian Hirschbühl saß nach positivem Corona-Test „gesperrt“ daheim auf der Couch. Und sah dort, wie das Unheil schon im ersten Durchgang mit den Ausfällen von Marco Schwarz und Manuel Feller seinen Lauf nahm.

Schlechtestes Madonna-Ergebnis
Der „Rest“ konnte keine Schadensbegrenzung betreiben. So war Michi Matt als 20. unser Bester - das schlechteste Madonna-Ergebnis für Rot-Weiß-Rot. Der Tiroler, der seit drei Jahren nicht mehr aufs Weltcup-Podest fuhr (Rang drei in Madonna 2018), sprach Klartext: „Traurig, wenn einer wie ich nur Slalom fährt und es dann trotzdem nicht hinbringt.“ Matt will nach einer kurzen Weihnachtspause „den Schlüssel zum Erfolg finden“. „Es muss mit allen Beteiligten alles analysiert und hinterfragt werden. Und dann muss etwas passieren. So kann es nicht weitergehen.“

Aggressiv statt eisig
Das bezieht Matt natürlich vor allem auf sich selbst. Aber das gilt wohl ganz allgemein für Österreichs Slalom-Truppe, die ja letzten Winter die mit Abstand beste der Welt war! Und das Skifahren natürlich nicht verlernt hat. Brisant: einer der Hauptgründe fürs aktuelle Tief dürfte in den vom Weltverband FIS derzeit forcierten, „aggressiven“ (wenig Wasser, wenig Eis) Pistenbedingungen liegen. Denn die Österreicher trainierten zuletzt vor allem auf eisigen Pisten. Chefcoach Andreas Puelacher: „Wir denken zwar, dass diese Verhältnisse besser sind, weil darauf weniger Verletzungen passieren. Aber wenn die FIS anderer Meinung ist, dann müssen wir uns umstellen. Wir haben einen Haufen Arbeit vor uns.“ Und der Slalom-Monat Jänner naht.

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(Bild: KMM)



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