17.12.2021 06:59 |

Prügel, Elektroschocks

Berichte über Folter in Lukaschenkos Gefängnissen

„Es ist systematische Folter“, sagen Menschenrechtsorganisationen. Es geht um die Zustände in Lukaschenkos Gefängnissen von Belarus (Weißrussland). Erst am Dienstag ist der Kritiker Sergej Tichanowski, Ehemann der Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja, zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Überlebende berichten schlimme Dinge aus der Haft.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Einer berichtet, wie er mit einem Elektroschocker nahe seiner Nieren bearbeitet wurde. Das hinterlässt keine Spuren, aber die Nachwirkungen spürt man minutenlang. Viele Gefangene müssen die erste Nacht stehend im Freien verbringen, mit dem Gesicht zur Wand. Dazwischen immer wieder Schläge, brüllende Polizisten, dazu Nahrungs- und Wasserentzug.

In Belarus werden zudem Häftlinge mit einem gelben Abzeichen markiert. Ein Erkennungsmerkmal dafür, dass diese Insassen wegen der Teilnahme an den Demonstrationen gegen den autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko festgenommen wurden. So werden jene gekennzeichnet, für die besonders harte Haftbedingungen gelten. Für die Wärter ist das eine Einladung zur Gewalt.

460 solcher politischen Gefangenen soll es in den belarussischen Gefängnissen geben. Lukaschenko sagte kürzlich in einem BBC-Interview, es gebe gar keine. In seinen Gefängnissen säßen nur Verbrecher.

Das Lagersystem, das sowohl in Belarus als auch in Russland angewendet wird, ist berüchtigt. Zahlreiche Literaten wie Dostojewski und Solschenizyn schrieben über ihre Erlebnisse.

Manche werden nach Tagen wieder freigelassen. Wenn sie gestanden haben: Es wird ihnen ein vorgefertigtes Protokoll zur Unterschrift vorgelegt. Wer sich weigert zu unterschreiben, wird in einen Nebenraum geführt und verprügelt. So lange, bis er unterschreibt.

 Kronen Zeitung
Kronen Zeitung
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).