14.12.2021 13:09 |

Urteil in Belarus

18 Jahre Straflager für Tichanowskajas Ehemann

Der Ehemann von Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja ist am Dienstag der „Vorbereitung und Organisation von Massenaufständen“ für schuldig befunden worden. Der regimekritische Blogger Sergej Tichanowski wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. Er muss laut Gericht unter besonders harten Haftbedingungen ins Straflager. Das Verfahren gegen den 43-Jährigen fand seit Juni hinter verschlossenen Türen in einer Haftanstalt in Gomel im Südosten des Landes statt. Schon im Vorfeld wurde das Urteil als politisch motiviert kritisiert.

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Vor der Urteilsverkündigung hatte Swetlana Tichanowskaja Durchhaltevermögen angekündigt. Das Urteil werde „rechtswidrig“ sein und „nichts, womit man sich abfinden kann“, erklärte die 39-Jährige am Dienstag in einem Video im sozialen Netzwerk Telegram. Sie werde auf ihren Ehemann warten. Im Vorfeld hatte es geheißen, dass Tichanowski 15 Jahre Haft drohen. Die fünf Mitangeklagten wurden zu Gefängnisstrafen zwischen 14 und 16 Jahren verurteilt.

Blogger wollte gegen Lukaschenko antreten
Tichanowski wollte ursprünglich bei der Präsidentenwahl 2020 gegen Machthaber Alexander Lukaschenko kandidieren, wurde dann aber festgenommen. An seiner Stelle kandidierte seine Frau Swetlana. Lukaschenko ließ sich trotz massiver Betrugsvorwürfe erneut zum Sieger erklären. Dies löste beispiellose Massenproteste aus. Sie wurden blutig niedergeschlagen, Tausende Regierungskritiker wurden festgenommen oder ins Exil gezwungen, darunter auch Tichanowskaja.

Ungeachtet internationaler Proteste wurden in Belarus in den vergangenen Monaten bereits mehrere prominente Oppositionelle verurteilt. So erhielt etwa Maria Kolesnikowa, die lange als Kulturmanagerin in Stuttgart arbeitete, elf Jahre Lagerhaft. Der Oppositionspolitiker Viktor Babariko wurde zu 14 Jahren verurteilt.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).