12.12.2021 07:09 |

Trauer nach Tragödie

Erstes Tiroler Lawinenopfer diesen Winter erst 14

Es war das erste tödliche Lawinendrama in diesem Winter in Tirol: Das Opfer, das am Samstag am Venet in Zams (Bezirk Landeck) von den Schneemassen mitgerissen und verschüttet worden war, war erst 14 Jahre alt. Ein Bergretter und der Pilot des Polizeihubschraubers schildern den dramatischen Einsatz.

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Gegen 12 Uhr traf die Alarmmeldung vom Venet über Zams ein: Eine Gruppe von sechs Skifahrern im Alter von zwölf bis 15 Jahren war im freien Gelände abseits der Pisten von einem Schneebrett erfasst worden. Sofort startete ein Großeinsatz mit zwei Notarzthubschraubern, dem Polizeihubschrauber Libelle Tirol, den Bergrettungen Landeck/Zams, Schönwies und See sowie vier Lawinensuchhunden. Später wurden weitere Bergrettungen nachalarmiert. Rund 80 Bergretter befanden sich vor Ort.

Unglück passierte im freien Skiraum
Das Unglück ereignete sich etwa 400 Meter östlich der Weinbergabfahrt in einem von steilen Rinnen durchzogenen Gelände. „Eine Gruppe von sechs einheimischen Jugendlichen ist in rund 2000 Metern in den freien Skiraum eingefahren“, informiert Walter Siegele, Vorstand der Venet Bergbahnen.

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Das Schneebrett brach bereits über der Waldgrenze und stürzte bis in den Wald hinein.

Walter Siegele, Vorstand der Venet Bergbahnen

Dabei haben die Jugendlichen das mächtige Schneebrett ausgelöst. „Es brach bereits über der Waldgrenze und stürzte bis in den Wald hinein.“ Die Schneemassen erfassten die jungen Skifahrer und rissen sie mit. Zwei Jugendliche wurden leicht, das spätere Todesopfer komplett verschüttet.

Keiner der Jugendlichen hatte LVS-Gerät dabei
Skifahrer, die das Unglück bemerkten, begannen mit ersten Rettungsmaßnahmen. Die zwei Teilverschütteten waren recht rasch befreit und wurden – nicht lebensgefährlich verletzt – ins Krankenhaus Zams geflogen.

„Den 14-Jährigen konnten wir nach rund einer Stunde ausgraben“, sagt Einsatzleiter Johannes Grüner von der Bergrettung Landeck/Zams. Der Bursch befand sich fast zwei Meter tief unter den Schneemassen, für ihn kam leider jede Hilfe zu spät. Zwar hatte er – wie die übrigen aus der Gruppe – kein LVS-Gerät bei sich, allerdings dürfte er durch in der Lawine erlittene Verletzungen gestorben sein. Die Libelle Tirol flog den Leichnam ins Tal.

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Das Schneebrett hatte eine Anrisshöhe von rund einem Meter, war am oberen Ende etwa 60 Meter breit und 300 Meter lang.

Walter Strolz, Einsatzpilot der Libelle Tirol

„Das Schneebrett hatte eine Anrisshöhe von rund einem Meter, war am oberen Ende etwa 60 Meter breit und 300 Meter lang“, informiert Walter Strolz, Einsatzpilot der Libelle Tirol.

Lawinenexperten hatten ausdrücklich vor Fahrten im freien Gelände am Wochenende gewarnt. Das Unglück ereignete sich im Übergangsbereich zwischen den Gefahrenstufen zwei und drei.

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