Egoistische Ausflügler

Wanderer blockieren mit Autos Notfall-Zufahrten

Dass in Lockdown-Zeiten Sport und Bewegung in der Natur boomen, ist gut nachvollziehbar - Wandern, Skitourengehen und Langlaufen sind jetzt besonders gefragt. Manche Region wird regelrecht gestürmt. Wenn aber, wie in Schwarzenberg am Böhmerwald in Oberösterreich, auch Notfall-Zufahrten verparkt werden, endet jedes Verständnis.

Der Marien-Feiertag am Mittwoch war leider symptomatisch für die Situation, mit der die Mühlviertler Gemeinde Schwarzenberg derzeit zu kämpfen hat. Im Ortsteil Oberschwarzenberg, wo sich der Zustieg zum Wanderwege-Netz auf den 1380 Meter hohen Plöckenstein befindet, säumte trotz Halte- und Parkverboten eine Blechlawine aus abgestellten Autos die Straße.

Einsatzfahrzeuge kommen nicht durch
Besonders Rücksichtslose hatten ihre Pkw sogar direkt vor Schranken geparkt. Laut Kennzeichen stammten die Fahrzeughalter vielfach aus anderen Bezirken, großteils aus dem Linzer Raum. Im Fall einer Verletzung oder eines Notfalls im Gelände hätten größere Einsatzfahrzeuge deswegen auch gar nicht mehr zufahren können.

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Die Situation ist teils richtig prekär. Künftig wird deshalb auch kein Auge mehr zugedrückt. Die Polizei ist informiert.

Vizebürgermeisterin Bettina Nigl (40) aus Schwarzenberg/B.

Kein Hausverstand
„Einerseits freut uns, dass unsere schöne Böhmerwald-Heimat so vielen Menschen gefällt, dass sie dafür sogar lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. Doch bei aller Euphorie sollte man den Hausverstand nicht völlig ausschalten“, betont Vizebürgermeisterin Bettina Nigl (40).

Hartes Durchgreifen
Wer Notfallzufahrten verstellt, tue sich im Unglücksfall auch selbst nichts Gutes. Besonders unverständlich sei, dass diese Lenker offenbar eher Parkverbote ignorieren, als sich nur einen Kilometer unterhalb auf einen Parkplatz des Gasthofs „Dreiländereck“ zu stellen. Nigl: „Es reicht: Bisher wurde kulant reagiert, künftig wird auch gestraft und abgeschleppt!“

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