18.11.2021 15:24 |

Corona-Chaos

Der Frust in den Schulen ist schon sehr groß

Wirre Kommunikation des Bundes, verspätete PCR-Testergebnisse und viel Bürokratie - vielen Lehrkräften und Direktoren reicht es. Sie fordern die Politik zum Handeln auf.

Unterricht und ein Stück Normalität in der Krise zu ermöglichen - diese Mammutaufgabe haben die Schulen seit zwei Jahren zu bewältigen. Bei vielen ist der Frust aber mittlerweile groß. „Wir haben letztes Jahr geglaubt, es kann nicht schlimmer kommen, aber heuer ist es noch schlimmer“, sagt eine Betroffene.

Ärger über Kommunikation
Aktuell sorgt etwa die unklare Kommunikation hinsichtlich der FFP2-Maskenpflicht für die Volksschüler für Unmut. Für viele Lehrkräfte ist das chaotische Vorgehen symptomatisch für die vergangenen Monate. „Wirr und nicht eindeutig“, lautet das Urteil.

Enorme Belastung
Mittlerweile bestimme der administrative Aufwand rund um Corona den Alltag. Anrufe von Eltern und Behörden, lange Listen zur Dokumentation, Erreichbarkeit am Abend und am Wochenende stehen auf der Tagesordnung. „Der Bund kann froh sein, dass wir alle so zusammengreifen und dadurch das System am Laufen halten“, ärgert sich eine Schulleiterin. In den Klassen sitzt oft nur ein Teil der Schüler. Manche sind abgemeldet, andere in Quarantäne oder erkrankt. 

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Die Schüler sitzen dann in der Klasse, obwohl sie positiv sind. Dann gibt es Cluster mit zig Fällen.

Eine Pädagogin

Testergebnisse lassen auf sich warten
Das regelmäßige Testen funktioniert auch nicht wie gewünscht. Eigentlich sollten die Ergebnisse um 7 Uhr Früh da sein. Tatsächlich würden diese aber mitunter erst Stunden später kommen, schildert eine Direktorin. „Die Schüler sitzen dann in der Klasse, obwohl sie positiv sind. Bevor die Sicherheitsphase gestartet ist sogar ohne Maske. Dann gibt es Cluster mit zig Fällen. Das ist nicht lustig.“ Um ein „verdächtiges“ Kind außerordentlich testen zu dürfen, ist eine Genehmigung notwendig. „Hier braucht es eine unbürokratische Lösung“, heißt es.

Eltern tragen Maßnahmen nur teilweise mit
Die Eltern würden unterschiedlich mit der Lage umgehen. Manche lassen ihre Kinder zu Hause, andere feiern fröhlich Geburtstagspartys, und ein kleiner Teil beschwert sich, dass die Kinder Maske tragen müssen.

Mehr Unterstützung gefordert
Von der Politik fordern die Pädagogen mehr Unterstützung. Es brauche mehr Tests, Ergebnisse, die rechtzeitig da sind, aber auch mehr Personal für die Behörden, damit das Contact Tracing nicht an den Schulen hängen bleibt. Den Verantwortlichen im Bund legt eine Betroffene mehr Praxisnähe nahe: „Sie wissen leider nicht, was in den Schulen los ist. Die sollten sich einen Tag in eine Klasse setzen - ohne Maske.“ 

 Burgenland-Krone
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